Wie steht’s um den Appetit, gibt es Schmerzen, Erbrechen oder Übelkeit? Solche und ähnliche Fragen beantworten die Kinder mit jeweils einem Click. Neben körperlichen Symptomen wird auch das psychische Befinden abgedeckt. Dennoch dauert das Ganze im Durchschnitt nur 42 Sekunden. Unter anderem hat sich etwa herausgestellt, dass Kinder, die unter der Therapie eine Schleimhautentzündung entwickeln, bereits Schmerzen angeben, noch lange bevor die Entzündung sichtbar wird.

Entwickelt wurde das Telemonitoring-Programm durch ein Team um Roman Crazzolara. Der gebürtige Südtiroler ist leitender Oberarzt an der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie. An der Innsbrucker Univ.-Klinik für Pädiatrie I, an der sich die hämatologische und onkologische Station befindet, dürfen alle jungen Krebspatientinnen und Patienten an dem Telemonitoring teilnehmen. „Wir behandeln rund 75 Patientinnen und Patienten pro Jahr aus Tirol, Vorarlberg und Südtirol. 98 Prozent nehmen das Angebot an, die Ausfüllrate liegt bei fast 70 Prozent“, sagt Studienautor Crazzolara.
Früheres Eingreifen wird möglich
Die nun publizierten Auswertungen hätten ergeben, dass die Patientinnen und Patienten sehr gut mit dem System zurechtkommen. „Die Eltern sind positiv überrascht, dass wir sofort zuhause anrufen, wenn wir anhand des Fragebogens sehen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das fördert das ÄrztInnen-PatientInnen-Verhältnis sehr stark, das Vertrauen in Behandlungsteam und Therapie wächst und wir können tatsächlich frühzeitiger eingreifen“, so Crazzolara.
App soll Aufenthalte an Klinik verkürzen
Sein Team arbeitet auch an einer neuen App. Unter anderem mit Hilfe von Videotelefonie soll die Zeit, die Kinder an der Klinik verbringen müssen, verkürzt werden. Neben vielen neuen Funktionen kann damit etwa auch das ÄrztInnen-PatientInnen-Gespräch über Videotelefonie geführt werden. „Wir arbeiten auch ein neues Versorgungskonzept aus.“ Ziel sei es, dass Kinder künftig wohnortnah in ein Krankenhaus zur Blutabnahme gehen und danach via Telemedizin von den Innsbrucker Expertinnen und Experten beraten werden können. Somit würde die Zeit, die die kleinen Patientinnen und Patienten an der Klinik verbringen müssen, verkürzt.