Luftbild von der Muendung der Hochwasser  fuehrenden Trisanna und Rosanna nahe der Ortschaft Ischgl  23. August 2005
APA/ÖAMTC
Chronik

Hochwasser: Erinnerung an 2005 wird wach

Im August 2005 hat ein Jahrhunderthochwasser viele Teile Tirols verwüstet. Anhaltende starke Regenfälle ließen Lech, Trisanna und Inn über die Ufer treten. Vor allem im Paznaun wurden damals viele Häuser zerstört.

Betroffen von dem Hochwasser im August 2005 waren vor allem das Außerfern, das Paznauntal, das Obere Gericht und der Raum Wörgl. Häuser wurden zerstört, Straßen weggespült und Gewerbegebiete überflutet. Großflächig brachen Stromnetze zusammen. Der Schaden belief sich damals auf 350 Millionen Euro.

Schiefes Haus nach dem Hochwasser im Paznaun im Jahr 2005
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Im Paznaun wurden die Häuser regelrecht davongespült

Paznauntal von der Außenwelt abgeschnitten

Im Paznauntal mussten vor allem in Ischgl, Kappl und See mehrere hundert Menschen ihre Häuser verlassen und alles hinter sich lassen. Denn teilweise spülte die Trisanna den Schlamm bis in den ersten Stock der Wohnhäuser. Das Paznauntal war von der Außenwelt abgeschnitten, ein Drittel der Straßen im Paznauntal wurde zerstört, tagelang gab es keinen Strom.

Paznauntal nach Hochwasser abgeschnitten

Das ganze Paznauntal war 2005 von der Umwelt abgeschnitten und damit auf Hilfe aus der Luft angewiesen. Die Wassermassen haben im ganzen Tal riesige Schäden angerichtet.

In Pfunds überschwemmte ein Bach das ganze Dorf

In Pfunds stieg der Stubenbach 15 Meter hoch und überschwemmte das ganze Dorf. Nach der Unwetterkatastrophe investierte man in Pfunds mehr als acht Millionen Euro in den Hochwasserschutz.

Hochwasser 2005 in Pflach
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In Pflach brach damals der Damm

Großen Schaden hat das Hochwasser damals auch im Lechtal angerichtet. Bei Pflach brach ein Damm, mehrere Häuser wurden bis zum ersten Stock überschwemmt. Auch hier investierten Land und Bund daraufhin rund acht Millionen Euro in Schutzmaßnahmen.

Polizist sperrt 2005 Innbrücke in Innsbruck ab
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23. August 2005: Ein Polizist sperrt die Innbrücke in Innsbruck ab
Karwendelbrücke 2005
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23. August 2005: Die Karwendelbrücke bei Innsbruck

Feuerwehren im Dauereinsatz

Die Wassermassen bedrohten damals auch Innsbruck und das Unterland. In Innsbruck mussten mehrere Brücken für den Verkehr gesperrt werden, in mehrere hundert Keller drang Wasser ein. Der Inn erreichte mit einem Pegel von 659 Zentimetern den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1871. Die Feuerwehren waren, wie im ganzen Land, im Dauereinsatz. U.a. musste an der Klinik und an der Universität Grundwasser, das in die Gebäude eingedrungen war, abgepumpt werden. In Völs nahe Innsbruck stand das gesamte Areal des Einkaufszentrums Cyta unter Wasser.

In Wörgl im Unterland trat der Inn damals ebenfalls über die Ufer und überschwemmte das gesamte Gewerbegebiet.