Brunnenkogelhaus
Hubert Gogl
Hubert Gogl
Wandertipp

Von Sölden auf’s Brunnenkogelhaus

Das Brunnenkogelhaus (2.738 m) steht in exzellenter Aussichtslage auf einem der Hausberge von Sölden. Das exponierte Ziel lässt sich überraschend einfach erreichen und belohnt die Bergsteiger mit herrlichen landschaftlichen Eindrücken und einem grandiosen Panoramablick zu großen alpiner Prominenz.

Fernblicke am Hausberg von Sölden

Bereits 1888 wurde am Brunnenkogel eine erste Schutzhütte erbaut. Als kühner Standort wurde der erste Gipfel (2.738 m) des Brunnenkogelgrates gewählt, der nur wenige Meter niederer als der Vordere Brunnenkogel (2.761 m) und der Hintere Brunnenkogel (2.775 m) ist. Der Brunnenkogel ist neben dem Söldenkogel (2.902 m) und dem Nederkogel (3.163 m) einer der Hausberge von Sölden. Bei der Anfahrt nach Sölden zeigt sich der Brunnenkogel links, also östlich von Sölden. Das Brunnenkogelhaus bietet eine unglaubliche 360°-Rundumsicht und anregende 1400 m – Tiefblicke auf Zwieselstein und Sölden.

Brunnenkogelhaus
Hubert Gogl
Brunnenkogelhaus (2.738 m) – Neubau aus dem Jahr 2007

Charakter: unschwierige Bergtour
Entfernung: Aufstieg 800 Hm; 2 – 2 ½ Std.; Abstieg Sölden 1.400 Hm
Ausgangspunkt: Sölden bzw. Fiegl’s Gasthaus im Windachtal
Öffi-Anreise: Regionalbus nach Sölden HST Gaislochkogelbahn

Neubau nach 119 Jahren

Nachdem die alte Hütte im Jahr 2007 baufällig war und behördlich geschlossen wurde, drohte das Ende der Schutzhüttenära am Brunnenkogel. Der Österreichische Touristenklub (ÖTK) sah sich nicht aus auf diesem exponierten Standort eine neue Hütte errichten. Nach langwierigen Verhandlungen und Interventionen des Bürgermeisters von Sölden kam es schließlich zu einer Einigung und Martinus Gstrein und sein Sohn Martin haben 2007 die Möglichkeit erhalten eine neue Hütte zu errichten. In nur 6 Wochen Bauzeit wurde ein neues Brunnenkogelhaus als Holzbau errichtet.

Fiegl’s Gasthaus mit Blick Richtung Hochsölden
Hubert Gogl
Fiegl’s Gasthaus im Windachtal mit Blick talauswärts – der Startpunkt nach der Busfahrt

Kürzester Aufstieg aus dem Windachtal

Das Brunnenkogelhaus kann von mehreren Seiten aus erreicht werden. Der direkte und steilste Anstieg führt von Sölden in ca. 4 Stunden über die Brunnenbergalm.

Der anspruchsvollste Weg, der nur trittsicheren Bergsteigern zu empfehlen ist, führt vom Timmelsjoch am Hochstubai-Panoramaweg zur Hütte (ca. 5 Stunden). Der kürzeste Aufstieg mit 2 – 2 ½ Stunden Gehzeit mit 800 m Höhenunterschied startet im Windachtal beim Fiegl’s Gasthaus (1.956 m).

Blick zum Zuckerhütl
Hubert Gogl
Kurz nach der Waldgrenze mit Blick ins hintere Windachtal mit Zuckerhütl und Sonklarspitze

Mit dem Wanderbus zum Ausgangspunkt

Der Ausgangspunkt im Windachtal beim Fiegl’s Gasthaus ist mit dem Auto nicht erreichbar. Seit Jahren verkehrt aber ein gut genutzter Wanderbus von Sölden ins Windachtal.

Sendungshinweis

„Hallo Wochenende“, 13.8.2021

Am besten parkt man in Sölden am gebührenfreien Parkplatz der Gaislachkogelbahn und steigt dort auch in den Wanderbus (Abfahrt 7:01; 8:20; 9:55). Je nach Busfahrer ist dieser Auftakt der Bergtour bereits ein anregendes Erlebnis.

Bergtour von Sölden zum Brunnenkogelhaus

Schöner und einfacher Aufstieg

Der Wanderbus hält rund 400 m vor dem Fiegl’s Gasthaus. Rechts oben am Grat zeigt sich bereits das Brunnenkogelhaus. Man wandert am Fahrweg am Gasthaus vorbei taleinwärts bis zu einer Brücke. Dort quert man die Windache. Anfangs recht steil schraubt sich der Steig in einem wunderbaren Zirben-Lärchenwald höher. Mit Erreichen der Waldgrenze (ca. 2.200 m) gibt es bereits erste schöne Ausblicke auf das Windachtal und talauswärts nach Hochsölden.

Wannenkarsee im Ötztal
Felix Webhofer
Wannenkarsee (2.639 m) – wunderschön und selten besucht

Abstecher zum Wannenkarsee

Auf einer Höhe von ca. 2.350 m kommt man zum beschilderten Abzweig in Richtung Wannenkarsee (2.639 m). Dieser wunderschöne, tiefblaue Bergsee liegt taleinwärts im nächsten Kar und kann mit einem gut 1-stündigen Abstecher (200 Hm; 45 min aufwärts, 30 min zurück) erreicht werden.

Brunnenkogelhaus mit Zuckerhütl im Hintergrund
Hubert Gogl
Blick in Richtung Zuckerhütl

Herrliches Gelände oberhalb der Waldgrenze

Nach der Abzweigung zum Wannenkarsee wandert man für eine Zeit im deutlich flacheren Gelände vom Schönkar. Hier entschwindet die Hütte den Blicken. Der Steig erreicht eine Geländekante. Dort ist der Steig für wenige Meter etwas exponierter, allerdings gibt es Ketten, an denen sich etwas unsichere Berggeher anhalten können. Danach gehts wieder moderat ansteigend hinauf zum nahen Ziel, das nach ca. 2 ½ Stunden (800 Hm, 5 km) erreicht wird.

Schafe im Tiefblick auf Sölden
Hubert Gogl
Auch die Schafe genießen es hoch über Sölden

Eine Aussichtskanzel der Extraklasse

Das Brunnenkogelhaus steht genau am nördlichsten Gipfel des Brunnenkogelgrates. Rund um das Schutzhaus fällt das Gelände ab und damit ergibt sich eine überaus ansprechende Lage. Der Rundumblick sucht seinesgleichen. Über 30 Dreitausender sind zu sehen. Darunter befindet sich viel Prominenz mit Superlativen: Der höchste Nordtiroler Gipfel und zugleich der zweithöchste Österreichs – die Wildspitze (3.774 m) ist zu sehen, sowie auch der zweithöchste Österreicher – die Weißkugel (3.739 m). Hinten im Windachtal steht der höchste Gipfel der Stubaier Alpen – das Zuckerhütl (3.507 m). Auch der höchste Gipfel Deutschlands, die Zugspitze (2.962 m) rückt ins unglaubliche Panorama. Nicht minder beeindruckend sind auch die Tiefblicke auf Zwieselstein und Sölden, sowie auf das Venter- und Gurgltal.

Abstieg

Der Abstieg kann auf bekanntem Weg erfolgen und sollte so geplant werden, dass man einen der nachmittäglichen Wanderbusse beim Fiegl’s Gasthaus erreicht (Abfahrt 14:35; 16:15; 17:45). Deutlich länger und nur bei guten Kniegelenken empfehlenswert ist der Abstieg nach Sölden über die Brunnenbergalm. Dieser Abstieg mit ca. 3 Stunden über 1.400 Hm begeistert mit schönen Ausblicken auf Sölden. Ab der Brunnenbergalm gibt es einen Forstweg, der aber am Steig abgekürzt werden kann.

Hubert Gogl wünscht einen aussichtsreichen Tag am Brunnenkogel!