Spielern des FC Sans Papiers droht Abschiebung

Wieder sorgt eine Entscheidung des Bundesasylamts für Unverständnis. Fünf Spieler des Innsbrucker Fußballclubs „Sans Papiers“ haben einen negativen Bescheid erhalten. Der 20-jährige Tormann soll zurück nach Afghanistan, obwohl seine Herkunft angezweifelt wird.

Ehsan Mohammad Shahabzada ist vor 18 Monaten nach Österreich gekommen, seit 16 Monaten lebt der heute 20-Jährige in Innsbruck. Er sei aus Angst, von den Taliban ermordet zu werden, nach Österreich geflüchtet. Teile seiner Familie gehörten den Taliban an, so Shabzada. Ein Erbschaftsstreit habe den Ausschlag für die Flucht gegeben.

Tormann mit nachdenklichem Gesichtsausdruck

ORF

Ehsan Mohammad Shahabzada kann die Entscheidung des Bundesasylamts nicht verstehen.

Bundesasylamt glaubt Shahabzada nicht

In Innsbruck machte Shahabzada einen Deutsch-Kurs. Er arbeitet derzeit halbtags beim Stadtgartenamt. Vor kurzem ist er zum Christentum konvertiert. Doch nun wurde sein Asylantrag abgewiesen. Im Bundesasylamt bezweifelt man laut Bescheid seine Angaben, darunter auch seine afghanische Herkunft. Trotzdem soll er dorthin innerhalb der nächsten zwei Wochen abgeschoben werden. Für den 20-jährigen ist diese Entscheidung ein Schock. Er habe alles dazu getan, sich zu integrieren. In Afghanistan müsste er um sein Leben fürchten.

Vier seiner Fußballkollegen beim FC Sans Papiers teilen sein Schicksal. Auch ihr Ansuchen um Asyl wurde nach jahrelanger Verfahrensdauer abgewiesen. Die Innsbrucker Gemeinderätin und Präsidentin des „FC Sans Papiers“ Angela Eberl (SPÖ) reagierte darauf mit Unverständnis: „Das ist einfach so schade, dass jene Menschen, die eine Lobby hinter sich haben, bessere Chancen haben hier zu bleiben und den anderen zigtausend in Tirol, die das nicht haben, droht die Abschiebung.“

Beschwerde beim Asylgerichtshof

Angela Eberl will nun eine Niederlassungsbewilligung für den Tormann und seine vier Fußballkollegen beantragen. Bei positiver Erledigung dürften die Fünf unbefristet in Innsbruck leben, solange sie einen Job haben. Außerdem wurde in jedem Fall Beschwerde beim Asylgerichtshof eingelegt. Aus dem Innenministerium gab es dazu bislang keine Stellungnahme, da es sich um ein laufendes Asylverfahren handle. Wie lange die Verfahren noch dauern, könne zudem nicht gesagt werden. Jeder Fall werde einzeln überprüft, so die Sprecherin des Asylgerichtshofs Doris Strobl gegenüber dem ORF Tirol.