Weltneuheit: Selbstfahrender Traktor

Der Traktorenhersteller Lindner hat am Mittwoch in Kundl mit einem autonom fahrenden Traktor eine Weltneuheit vorgestellt. Der Traktor merkt sich auch vorgegebene Routen. Noch kann man ihn wegen der gesetzlichen Bestimmungen nicht kaufen.

Der Traktorenhersteller Lindner ebnet zusammen mit der Firma ZF Friedrichshafen AG mit dem neuen Traktor Lintrac 110 den Weg hin zum autonomen Fahren von Traktoren. Den „110er“ bezeichnete Lindner-Geschäftsführer Hermann Lindner als „stärker, größer, komfortabler und intelligenter“ als die Vorgängermodelle.

Ziel sei das „automatisierte Fahren“ der Traktoren, für das der Lintrac 110 nachgerüstet werden könne. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu müssen aber erst geschaffen werden“, fügte er hinzu und stellte die Präsentation unter das Motto „Was er könnte, wenn er dürfte“.

Selbstfahrender Traktor

Am Mittwoch wurde Pressevertretern in Kundl der selbstfahrende Traktor der Firma Lindner präsentiert.

Mitlenkende Hinterachse verbessert Wendigkeit

Stefan Lindner, ebenfalls Lindner-Geschäftsführer, bezeichnete den neuen Traktor als eine logische Weiterentwicklung mit verbesserten Komponenten. Wichtig sei beispielsweise die Wendigkeit gewesen, welche durch eine mitlenkende Hinterachse möglich ist. Auch Wirtschaftlichkeit stand laut Lindner im Mittelpunkt: „Statt 7,2 Liter pro Stunde braucht der Lintrac 110 nur rund sechs Liter pro Stunde.“

Was er wirklich könnte, wenn er nur dürfte, stellte im Anschluss Mark Mohr, der „Head of Project House Automated Operations“ der Firma ZF Friedrichshafen AG, vor. Es gebe etwa eine Folgefunktion, mit welcher der autonome und „intelligente“ Traktor einem definierten Fahrzeug selbstständig folgen könne. Dem innovativen Landwirtschaftsfahrzeug kann man auch „Arbeit vormachen und dieses wiederholt dann die Arbeit“. Das sei etwa beim „Kreiseln“ interessant, das mehrmals am Tag gemacht werden müsste.

Lintrac 110

Ein Werbevideo der Firma Lindner Traktoren zeigt, was der Lintrac 110 bereits jetzt kann.

Lindner will im Kommunalbereich Fuß fassen

Auch eine Personenerkennung, eine Neigungsanzeige und die Lindner-App sind Features. Mit dieser App lasse sich etwa die Hydraulik des Fahrzeuges „von der Couch aus voreinstellen“, so David Lindner, Marketing- und Exportleiter des Traktorenwerks Lindner. Der Prototyp zeige jedenfalls, dass die Landwirtschaft von den „Megatrends Vernetzung und künstliche Intelligenz profitiert“, sagte Mohr weiter.

Mit dem neuen Traktor, der in der Grundausstattung mehr als 82.000 Euro kosten soll, will das Unternehmen unter anderem verstärkt im Kommunalbereich Fuß fassen, wie Hermann Lindner betonte. Der aktuelle Umsatz des Traktorenwerks im Tiroler Unterland belief sich im Jahr 2016/2017 auf 72,5 Mio. Euro. Das Unternehmen beschäftigt 229 Mitarbeiter und weist eine Exportquote von mehr als 50 Prozent auf.

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