Vier Schweizer starben unter Lawine

Vier Schweizer im Alter von 52 bis 75 Jahren sind am Mittwoch bei einem Lawinenabgang im Schmirntal ums Leben gekommen. Sie waren Mitglieder einer achtköpfigen Tourengruppe samt Bergführer und waren gut ausgerüstet.

Gegen 12.30 Uhr riss im Bereich Jochgrubenkopf bei Kasern in den Zillertaler Alpen eine große Lawine acht Tourengeher mit in die Tiefe. Laut Bergrettung und Lawinenwarndienst lösten mit hoher Wahrscheinlichkeit die Tourengeher selbst beim Abfahren die Lawine aus. Vier Männer konnten nur noch tot geborgen werden. Zunächst dürften alle acht verschüttet worden sein, vier von ihnen - darunter auch der Schweizer Bergführer - konnten sich selbstständig befreien. Sie blieben unverletzt.

Beobachtet wurde der Lawinenabgang von einer Einheimischen, die sofort die Rettungskräfte alarmierte. Laut Bergrettung war der erste Hubschrauber mit Einsatzkräften sechs Minuten später beim Lawinenkegel. Weil die Mitglieder der Gruppe, die von einem staatlich geprüften Skiführer begleitet wurde, gut ausgerüstet waren, konnten sie relativ rasch geortet werden.

Lawine Schmirntal

Openstreetmap

Vermisste Person sehr tief verschüttet

Insgesamt 56 Bergrettungskräfte aus dem Zillertal, dem Schmirn- und dem Wipptal waren im Einsatz und konnten zunächst drei Opfer orten und bergen. Alle drei waren acht Meter und tiefer verschüttet. Die Suche nach einer weiteren vermissten Person war aufwendig. Dazu wurde auch eine Schneefräse mit einem Hubschrauber auf den Lawinenkegel geflogen.

Erst gegen 17.30 Uhr stießen die Einsatzkräfte in einer Tiefe von etwa zehn Metern auf das vierte Todesopfer. Die Lawine auf dem 2.453 Meter hohen Jochgrubenkopf war etwa 700 Meter lang, der Abriss war laut Exekutive rund zwei Meter hoch.

Vom Hubschrauber aus wird sichtbar, welche Schneemassen durch die Lawine auf dem Jochgrubenkopf bewegt wurden.

Steiles und riskantes Gelände

Bei dem Lawinenabgang in den Zillertaler Alpen sind laut dem Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes, Rudi Mair, „Tonnen von Schnee“ abgegangen. Ersten Informationen zufolge waren die Opfer daher mehrere Meter tief verschüttet, so Mair im Gespräch mit der APA: „Auf diesem Hang ist es schon öfters zu Lawinenunglücken gekommen.“

Bei diesem handle es sich um „extrem steiles Gelände“, erklärte Mair: „Teilweise ist der Hang dort bis zu 40 Grad steil.“ Außerdem sei er nord- und somit schattseitig gelegen. Insgesamt habe es sich daher um „keine gute Tourenwahl gehandelt“, so der Leiter des Lawinenwarndienstes.

Lawine Schmirntal

zeitungsfoto.at

56 Bergretter, drei Alpinpolizisten und fünf Hubschrauber waren im Einsatz

Für diesen Bereich sei auch das „Altschneeproblem“ typisch. Davon sprechen Experten, wenn in der Altschneedecke langlebige Schwachschichten existieren, die durch Zusatzbelastung ausgelöst werden können. „Das Altschneeproblem ist ein für diesen Winter typisches Gefahrenmuster“, betonte Mair. In der Schneedecke seien viele Schwachschichten eingelagert, und das Fundament sei insgesamt störanfällig. „Daher reicht schon geringe Zusatzbelastung aus.“

Vor einem Jahr ebenfalls große Lawine

Vor einem Jahr hatte es ebenfalls auf dem Jochgrubenkopf einen großen Lawinenabgang gegeben. Vier Tourengeher wurden teilweise verschüttet, konnten sich aber aus den Schneemassen befreien - mehr dazu in Tourengruppe löste gewaltige Lawine aus