Video: Gewaltige Lawine im Passeiertal

Bei einer Lawine werden unheimliche Naturgewalten frei. Anrainer im Passeiertal filmten eine Nasschneelawine auf ihrem zerstörerischen Weg in besiedeltes Gebiet. Generell geht in Südtirol derzeit erhöhte Gefahr von Lawinen, Steinschlag und Muren aus.

Am Donnerstagnachmittag ging in Moos im Passeiertal eine Lawine ab. Die Schneemassen begruben teilweise den Oberpamer-Hof und beschädigten ihn schwer. Die Bewohner erkannten die Gefahr glücklicherweise früh genug und konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Drei weitere Höfe in unmittelbarer Nachbarschaft wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert. 15 Personen sind mit dem Auto bzw. mit dem Hubschrauber in Sicherheit gebracht worden.

Thomas Ennemoser, Bauer aus dem betroffenen Orsteil Pill, filmte die gewaltige Lawine in sicherem Abstand auf einer Anhöhe.

Mure vor Hof

privat

Lawine in Moos im Passeiertal.

Mure vor Wohnhaus

privat

Es entstand erheblicher Sachschaden. Verletzt wurde niemand.

Steinschlag im Eisack- und Eggental

In Blumau im Eisacktal östlich von Bozen waren Arbeiter am Donnerstag damit beschäftigt, einen Hang zu stabilisieren, von dem Geröllmassen bis auf die Südspur abgegangen waren. Bei Blumau war die A22 nur auf der Nordspur zu befahren. Der Verkehr in Richtung Süden wurde umgeleitet. Es kam zu Verkehrsbehinderungen.

Im Eggental bei Kardaun gingen in der Nacht auf Freitag autogroße Gesteinsblöcke auf einen Steinverarbeitungsbetrieb nieder, ein Gebäude sowie Maschinen wurden dabei zerstört. Möglicherweise muss der Betrieb überhaupt abgesiedelt werden.

Situation ist angespannt

Informationen über Steinschläge, Rutschungen und Lawinen liefen am Donnerstag beim Landeszivilschutz zusammen. Hanspeter Staffler, Direktor der Landesabteilung Brand- und Zivilschutz, berichtete von „angespannten Situationen in höher gelegenen Tälern“. Das gesamte Territorium sei unter Beobachtung, hieß es.

Am Donnerstag wurden Erkundungsflüge durchgeführt, um einen Überblick über die Lage in den Gemeinden Schnals, Naturns, Kaltern, Sexten, Ulten sowie in Pfelders, in Rabenstein/Passeier und in den Dolomiten zu erhalten.

Gefahr von Gleitschneelawinen

In Sulden in der Gemeinde Stilfs wurden Lawinen abgesprengt. In hohen Lagen Südtirols fielen in den vergangenen Tagen bis zu zwei Meter Neuschnee. In Ulten bereiteten Hangwiesen Sorgen, weil laut Zivilschützern von dort Gleitschnee zu Tal rutschen könne. Ausnehmend große Schneemengen verzeichneten Ulten und Sexten. In allen Gebieten Südtirols, die außergewöhnliche Schneemengen verzeichnen, wurde empfohlen, „nicht so stabile Dächer“ von Häusern und Scheunen vom Schnee zu befreien. In Naturns blieb ein Bauernhof evakuiert. Südtirolweit gingen mehrere Lawinen ab, die allerdings keine größeren Schäden verursachten.

Erneute Niederschläge prognostiziert

Die Meteorologen prognostizierten bis Freitagmittag eine trockene Periode, ab dem Nachmittag sollen erneut Regen und Schnee einsetzen. Die Schneefallgrenze soll zwischen 700 und 1.000 Meter liegen, darüber wurden zwischen zehn und 20 Zentimeter Neuschnee erwartet.

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