Gestohlenes Jesuskind kehrt heim

In der Gotikausstellung im Leoganger Bergbaumuseum (Salzburg) ist ein gestohlenes Jesuskind gefunden worden. Das wertvolle Kind war vor beinahe 40 Jahren aus der Pfarrkirche Pfunds gestohlen worden. Nun soll es nach Pfunds zurückkehren.

Das Jesuskind stammt aus der Gotiksammlung des Wieners Rudolf Leopold, der als Sammler moderner Kunst bekannt ist. Dass es sich bei dem Jesuskind um das Werk von Hans Patsch aus dem Jahr 1626 handelt, habe der wissenschaftliche Mitarbeiter des Bergbaumuseums, Albrecht Miller, schnell erkannt. Miller war vor vielen Jahren bei der Restaurierung wertvoller Figuren - unter anderem auch der gotischen Madonna mit Kind - in Pfunds beteiligt.

Führender Gotikexperte

Albrecht Miller ist ein führender Gotikexperte und war als Berater in der Pfarre Pfunds tätig.

1972 aus Pfarrkirche Pfunds gestohlen

Das Jesuskind wurde 1972 aus der Kirche in Pfunds gestohlen. Jahrelang war die Figur dann verschwunden, bis sie im Jahr 2004 bei einer Auktion in Deutschland auftauchte. Zu diesem Zeitpunkt war der Diebstahl aber bereits verjährt. Die Pfarre Pfunds hätte sie daher bei der Auktion für 40.000 Euro zurückkaufen müssen, das habe sich die Pfarre aber nicht leisten können, so Dekan Franz Hinterholzer. Vor vier Jahren erwarb sie der Kunstsammler Rudolf Leopold.

Jesuskind aus der Spätgotik, ursprünglich aus der Pfarrkirche Pfunds im Tiroler Oberland.

Bergbaumuseum Leogang

Jesuskind von 1626 aus Lindenholz von Hans Patsch

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Witwe versprach Rückgabe

Als die Witwe des Kunstsammlers davon erfahren habe, dass die Figur in Pfunds gestohlen worden war, habe sie spontan zugesagt, das Jesuskind zurückzugeben. Im Gegenzug habe der Dekan dafür versprochen, für die Ausstellung die ganze Gruppe – bestehend aus Madonna, Petrus und Paulus – zur Verfügung zustellen.

Bis Ende Oktober ist die Sonderausstellung mit der Gotiksammlung von Rudolf Leopold im Bergbaumuseum noch geöffnet, dann kehrt das Jesuskind nach jahrelanger Abwesenheit in die Pfarrkirche Pfunds zurück.

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