Experte: „Erspartes ist sehr sicher“

Die jüngsten Meldungen um die Schuldenkrise in Europa sorgen wieder einmal für Verunsicherung. Viele Tiroler Konsumenten fragen sich: Wie sicher ist mein Erspartes in diesen Zeiten? Gleichzeitig macht vielen die bevorstehende Teuerung zu schaffen.

Prof. Jürgen Huber, Inst. für Banken und Finanzen

Uni Innsbruck

Univ. Prof. Jürgen Huber, Institut für Banken und Finanzen, Uni Innsbruck

Jürgen Huber, Professor am Institut für Banken und Finanzen an der Uni Innsbruck, beobachtet die Situation auf den Finanzmärkten und die politische Auseinandersetzung um die Schuldenkrise genau. Er ist der Meinung, dass derzeit - wieder einmal - eine neue Unsicherheitsstufe erreicht ist. „Wie es weitergeht, kann man derzeit nicht wirklich abschätzen. Es sind sehr viele Akteure am Werk“, sagt der Experte im Gespräch mit tirol.ORF.at. Für ihn ist aber klar, dass Griechenland bankrott gehen wird. Die Frage sei nur wann und wie genau die Form des Bankrotts ausschauen werde. Dass der Euro zerfalle, ist für ihn aber sehr unwahrscheinlich.

Einlagen bis 100.000 Euro gesichert

Nachrichten und Einschätzungen wie diese verunsichern viele Sparer. „Das Ersparte ist glücklicherweise sehr, sehr sicher“, sagt Huber. „Selbst bei absoluten Krisenszenarien - wie eine Rückkehr zur DM oder dem Schilling - wären wir bei einer starken Währung. Ich sehe überhaupt keine Veranlassung bei Erspartem besorgt zu sein.“ Die Einlagen - etwa auf Sparbüchern und beim Bausparen - sind ohnehin bis 100.000 Euro besichert.

Geld sparen oder ausgeben?

Manche Konsumenten stellen sich auch die Frage, ob sie in diesen für sie unsicheren Zeiten, das Geld besser ausgeben oder auf der Bank ansparen sollen. Jürgen Huber erklärt: „Es ist so, dass man auf einem Sparbuch derzeit real negative Zinsen bekommt. Durch die niedrigen Zinsen und die höhere Inflation wird das Geld entwertet.“ Das Geld auszugeben kurble den Konsum an und das sei grundsätzlich nicht schlecht.

Schulden im Zuge eines Wohnungskaufs zu haben, sei derzeit gut, wenn es Euroschulden seien. „Derzeit sind Schulden ein gutes Geschäft. Der Wert der Schulden sinkt durch die Inflation.“ Auch wenn Frankenkreditnehmer nun mehr Schulden hätten, würde Huber diesen Kredit jetzt nicht tilgen.

Teuerung: Preise genau vergleichen

Die steigenden Lebensmittelpreise belasten Haushaltsbudgets. Der Rat von Hartwig Röck von der wirtschaftspolitischen Abteilung der Arbeiterkammer Tirol, lautet: „Nehmen Sie nicht immer die Produkte auf Augenhöhe. Vielleicht gibt es auch ein günstigeres Produkt weiter unten im Regal.“ Ganz könne man sich der Teuerung aber nicht entziehen.

Für Pendler, die die Möglichkeit haben öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen, wären Zug oder Bus eine Möglichkeit Geld zu sparen.

Reingard Diermayr, tirol.ORF.at