Bergrettung Pozuzo vor einem Fels in Aurüstung
Anibal Trujilo
Anibal Trujilo
Chronik

Inoffizielle Ortsstelle der Bergrettung in Peru

Eine Partnerschaft verbindet die Bergrettung Tirol mit der Bergrettung in Pozuzo (Peru). Diese Verbindung wird jetzt intensiviert: Die Bergrettung Pozuzo erhält neue Ausrüstung, zudem können peruanische Bergretter die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten der Bergrettung Tirol nutzen.

Die neuaufgestellte Bergrettung Pozuzo gilt inoffiziell als „92. Ortsstelle“ der Bergrettung Tirol, erklärt das Land in einer Aussendung. 10.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Tirol und dem peruanischen Gebiet nahe der Anden. Seit 2022 gibt es die Partnerschaft. Bereits in der Vergangenheit wurde laut dem Land technische Ausrüstung für Notfälle übergeben, zwei Pozucinos nahmen an einer Fortbildung der Bergrettung Tirol teil. Nun bekommen die peruanischen Bergretter weitere Ausrüstung. Das Land zahlt 4.000 Euro dafür.

Einsätze ähnlich wie in Tirol

Die Einsätze, zu denen die sechsköpfige Mannschaft in Pozuzo hauptsächlich gerufen werde, seien Bergungen und Suchaktionen. Die Ausrückungen würden auch dort aufgrund des Anstiegs von Touristinnen und Touristen zunehmen.

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Mitglieder der Bergrettung Pozuzo ausgerüstet im Freien
Anibal Trujilo
Mitglieder der Bergrettung Pozuzo
Bergrettung Pozuzo packt Ausrüstung aus
Tomas Polinar
Übergabe der Ausrüstung an die Bergrettung Pozuzo
Blick auf Pozuzo Zentrum
Emanuel Bachnetzer
Blick auf Pozuzo Zentrum
Typische Trachten bei Umzügen in Pozuzo
Richard Bachnetzer
Typische Trachten bei einem Umzug in Pozuzo
Personen in  Tracht und mit Fahnen auf einer Straße in Pozuzo
Tomas Polinar
Festakt zu 40 Jahre Freundeskreis für Pozuzo
Wasserfall in Pozuzo
Emanuel Bachnetzer
Wasserfälle ziehen Touristinnen und Touristen an
Eine 8 Meter hohe Tiroler Adler Statue über Pozuzo
Gemeinde Pozuzo
Ein acht Meter hoher Tiroler Adler hoch über Pozuzo

Pozuzo

Im Jahr 1857 wanderten Tirolerinnen, Tiroler und Rheinländer nach Peru aus. 1868 folgten weitere Auswanderer aus Tirol und Bayern. Heute leben in der Gemeinde 9.400 Menschen.

Fortbildungen für peruanische Einsatzgruppe

„Wir haben uns entschlossen, die Bergrettung in Pozuzo als fiktive ‚92. Ortsstelle‘ zu betrachten und den Kameraden in Pozuzo den Zugriff auf unser Online-Wissenstool mit Dokumenten, Lehrvideos, Wissenstests und Kursinhalten zu ermöglichen. Damit bleiben die peruanischen Bergretter ständig über die aktuellen Entwicklungen in Tirol, Österreich und Europa rund um Techniken, Einsatzstrategien, Medizinverfahren und dergleichen informiert“, erklärte der Landesleiter der Bergrettung Tirol Hermann Spiegl in der Aussendung.

Der Kommandant der Bergrettung Pozuzo, Anibal Trujillo wird zitiert: „Die Partnerschaft mit der Tiroler Bergrettung brachte uns einen großen Motivationsschub und bietet eine professionelle Grundlage für die Vergrößerung unserer Einsatzgruppe. Unser Ziel ist es, junge Menschen auszubilden, die unsere Gruppe in den kommenden Jahren unterstützen und verstärken können.“

Blick über das Gemeindegebiet von Pozuzo
Sbetka Witting
Die Landschaft in Pozuzo zieht zunehmend Urlauberinnen und Urlauber an, weshalb auch die Einsätze der Bergrettung zunehmen

Partnerschaft Silz-Haiming-Pozuzo

Tirol und Pozuzo seien sich ähnlicher als man denke, sagte Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP). „Das liegt nicht nur an den vielen hohen Bergen, sondern auch der Kultur. Seit über 150 Jahren, als Tirolerinnen und Tiroler in die peruanische Gemeinde auswanderten, wird in Pozuzo Tiroler Kultur gelebt und der Kontakt in die Heimat aufrechterhalten“, so Mair.

Seit 1983 wird im Rahmen des „Freundeskreises für Pozuzo“ ein enger Austausch zwischen den Partnergemeinden Silz, Haiming (Bezirk Imst) und Pozuzo gepflegt. „Wir haben in Pozuzo unter anderem ein Deutschunterrichtsprojekt, ein Projekt zum Erhalt der Baukultur oder die Gestaltung eigener Wanderwege umgesetzt. Mit der Bergrettungs-Partnerschaft haben wir eine neue Ebene hinzugefügt von der beide Seiten, sowohl in Peru als auch in Tirol, profitieren und neue Freundschaften und Kontakte entstehen können“, sagt der Obmann des Freundeskreises, Emanuel Bachnetzer.

Aktuell arbeite der Freundeskreis an der Gründung einer Akademie für Sprache und Musik, einer Musikkapelle und am Zivildienst in Pozuzo. Das Land fördert diese Projekte finanziell.