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Bildung

Studieren mit KI: ChatGPT beschäftigt Unis

Die künstliche Intelligenz (KI) ChatGPT hat auf fast alle Fragen eine Antwort parat. Sie kann Aufgaben lösen und Aufsätze, Gedichte oder Referate verfassen. Das beschäftigt zunehmend die Hochschulen, nicht zuletzt wegen erster Schummel-Verdachtsfälle.

„An der Universität Innsbruck sind wir derzeit in der Findungsphase“, sagte Andreas Eckhardt in Bezug auf die Nutzung der künstlichen Intelligenz im „Tirol heute“-Interview. Laut dem Professor für Wirtschaftsinformatik und digitale Transformation stehen die Lehrenden aktuell vor zahlreichen Fragen. Jeder überlege sich, wie man das Thema gut in der Lehre einbinden kann und was es zusätzlich bringen kann.

Bei den Studierenden hofft er, dass sie sich mit den neuen technologischen Trends auseinandersetzen. Als Wirtschaftsinformatiker stehe er der digitalen Innovation sehr offen gegenüber. Deshalb biete ChatGPT allgemein mehr Möglichkeiten als eine Belastung. Das sei auch der Grundtenor an der Universität Innsbruck. Am Dienstag fand dort eine interne Veranstaltung zum Umgang mit der künstlichen Intelligenz statt.

Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer

Die Nutzung von künstlicher Intelligenz wird in Klassenzimmern und unter Studierenden immer beliebter.

KI bewältigt verschiedenste Schreibaufgaben

Das Programm ChatGPT kann komplexe Texte zu beinahe allen Themen schreiben, E-Mails verfassen und Fragen beantworten. Damit die künstliche Intelligenz das alles kann, fütterten die Entwicklerinnen und Entwickler den Computer mit Milliarden von Informationen. Diese sind allerdings auf dem Stand von 2021. Aktuelle Themen oder Ereignisse kann die Software daher nicht einordnen.

Fehlerfrei sind die Antworten des Programms übrigens nicht. Je komplexer die Fragen sind, desto schwerer tut sich das Programm. Nichtsdestotrotz ist es vor allem bei Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden beliebt. In den vergangenen Wochen sei es auch schon zu ersten Verdachtsfällen wegen eines möglichen Betrugs gekommen – mehr dazu in Schummeln mit ChatGPT: Erste Fälle an Unis.

Schummeln mit ChatGPT schwer überprüfbar

Ob Seminararbeiten tatsächlich mithilfe von ChatGPT erstellt worden sind, lasse sich laut Eckhardt kaum nachweisen: „Das liegt daran, dass die KI immer ein neues Ergebnis generiert, bei jeder Eingabe kommt etwas anderes heraus.“ Dementsprechend könne man nur vermuten, ob es in der Arbeit von Studierenden zum Einsatz kam.

Die Nutzung von ChatGPT unterscheide sich signifikant von einem Plagiat, da es eben sehr viele verschiedene Lösungen gibt. Eckhardt geht nicht davon aus, dass in Zukunft von „KI-Jägern“, also Kontrolleuren von künstlicher Intelligenz wie bei Plagiaten gesprochen werde. Ein Plagiat sei eine klare Urheberrechtsverletzung, während die KI noch nicht verboten oder reguliert sei. Insofern sei die Software ein weiteres Werkzeug wie eine Google-Suche oder Wikipedia.