Hermann Glettler
ORF
ORF
Religion

Bischof fordert Zusammenhalt ein

Angesichts der Teuerung, des Kriegs und der damit verbundenen Fluchtbewegung fordert Bischof Hermann Glettler Zusammenhalt ein. Vieles funktioniere nur miteinander. Bei der Bewältigung von Krisen solle und dürfe sich jeder einbringen, jeder werde auch benötigt.

Seit einigen Jahren befindet sich die Welt im Krisenmodus. Auf die Pandemie folgt der Krieg in der Ukraine. Fluchtbewegungen, Teuerung und die Energiekrise prägen derzeit das Leben vieler Menschen.

Vor allem in solchen Zeiten sei es wichtig, wieder zueinander zu finden, so Bischof Hermann Glettler: „Dafür gibt es kein Rezept, sondern eine Erfahrung. Wir sind doch gemeinsam unterwegs, nicht als Solisten. Ich glaube, dass jeder Mensch auch seinen Beitrag leisten kann und auch gerne einbringt, wenn dazu auch die Atmosphäre da ist, dass alle an unserer Gesellschaft teilnehmen dürfen.“

Hermann Glettler
ORF
Bischof Hermann Glettler

Geflüchtete in Pfarrhäusern und Widen untergebracht

Die Unterbringung von geflüchteten Menschen forderte die neue Tiroler Landesregierung in den vergangenen Wochen. Die Kirche wurde dabei wiederholt als wichtiger Partner in der Unterbringung von geflüchteten Menschen bezeichnet.

In ganz Tirol sind in einigen Pfarrhäusern momentan geflüchtete Menschen untergebracht. Zwei Drittel der Pfarrhäuser und Widen der Diözese Innsbruck seien derzeit ausgelastet, ein Drittel des alten Bestandes sei jedoch nicht nutzbar, so Glettler.

Mehr nötig als das reine Quartier bereitzustellen

„Viele kirchlich engagierte Menschen haben wesentlich dazu beigetragen, dass Quartiere in Tirol gefunden werden konnten. Das ist natürlich immer noch nicht genug, aber wir versuchen da jede Möglichkeit auszuschöpfen. Und vor allem sind in den Pfarren viele Gruppen, die sich engagieren, damit Menschen integriert und begleitet werden.“ Denn es sei zu wenig, nur das Quartier zu Verfügung zu stellen, sagt Bischof Herman Glettler.

Solidarität sei weiterhin wichtig, allerdings würden Appelle dazu alleine nicht ausreichen. Es brauche Begegnungen, Professionalität, Zusammenarbeit und viel Geduld – und vor allem auch ein politisches Bekenntnis zur Aufnahme, so der Bischof.