Parkettboden
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Wirtschaft

Preisexplosion bei Parkettböden

Die Pandemie hat die Preise von vielen Materialien in die Höhe schnellen lassen. Der Ukraine-Krieg verschärfte die Situation zusätzlich. Das wirkt sich auch auf die Parkettindustrie aus. Im Juni werden die Preise heuer zum dritten Mal erhöht.

Bei Standardparkettböden, die im großflächigen Wohnbau verlegt werden, fällt die Teuerung am massivsten aus. Innerhalb eines Jahres stiegen die Preise zwischen 40 und 50 Prozent. Bei hochwertigeren Böden liegt die Preissteigerung derzeit bei zehn Prozent, rechnet Michael Gitterle, Fachgruppensprecher der Bodenleger in der WK Tirol, vor.

Gründe für Preissteigerungen

Seit der Pandemie dreht sich die Preisschraube nach oben. Durch das Herunterfahren der Produktionen und die Kurzarbeit wurden sämtliche Parkettlagerbestände aufgebraucht. Als zweiten großen Preistreiber sieht Michael Gitterle den europäischen Holzexport nach Amerika: „Die USA haben letztes Jahr Strafzölle gegen den Holzimport aus Kanada verhängt. Noch dazu waren Kanadas Wälder stark von Windwürfen und Käferbefall betroffen. Viele europäische Holzhändler haben daher ihr Rundholz in die USA exportiert.“

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Die Preise für Parkettböden stiegen heuer bisher um bis zum 50 Prozent

Rundholz ist in EU derzeit Mangelware

Rundholz ist für den Aufbau der Parkettböden wichtig und somit die Grundlage jedes Holzbodens. An Rundholz mangelt es seit Jänner 2022. Denn bereits vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine stellte Russland seine Rundholzlieferungen in die EU ein. Jetzt verschärft der Krieg die Situation zusätzlich. 25 Prozent der Eichenhölzer, die in Europa zu Parkettböden verarbeitet werden, kamen vor dem Krieg aus der Ukraine und Belarus.

Jetzt werden Alternativmärkte aktiviert. Mit Holz aus Frankreich, Deutschland und Kroatien will die Parkettindustrie kompletten Lieferausfällen entgegensteuern.

Konsumenten müssen bei Auswahl flexibel sein

Parkettböden sind zwar wie vor verfügbar, allerdings nicht mehr in der Vielfalt, wie sie die Konsumenten bisher kannten. Kundinnen und Kunden müssen bei der Auswahl ihres Holzbodens also flexibel sein, so Michael Gitterle: „Es kann gut sein, dass es den einen oder anderen speziellen Parkettboden, in gewünschter Dielenbreite oder Länge heuer nicht mehr geben wird. Flexibilität und eine vorausschauende Planung sind in der derzeitigen Situation ratsam.“

Diese Krise kann eine Chance für die heimische Parkettindustrie sein. Ein Betrieb in der Steiermark spezialisierte sich auf die Produktion von österreichischen Parkettböden. Fichten-, Esche- und Lärchenhölzer werden dort zu wohnlichen und strapazierfähigen Böden verarbeitet und somit eine Alternative zu den begehrten Eichenböden.