Polizisten stehen vor Sparkasse
Zeitungsfoto.at
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Gericht

Zwei Jahre Haft für Überfall auf Sparkasse

Am Innsbrucker Landesgericht ist am Donnerstag ein 43-Jähriger wegen Bankraubs zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Innsbrucker hatte im Februar die Sparkassenfiliale im Stadtteil Hötting-West überfallen. Er wurde bereits eine Viertelstunde später samt der erbeuteten 14.000 Euro festgenommen.

Der Angeklagte war wie nach seiner Festnahme auch vor Gericht voll geständig. Er sprach von einer Verzweiflungstat. Er habe ein Blackout gehabt, als er sich nach Alkoholkonsum und einer schlaflosen Nacht dazu entschloss, die Bank zu überfallen. Hintergrund seien Geldprobleme gewesen. Bei Freunden habe er 10.000 Euro Schulden gehabt, während der Pandemie habe er zudem seine Arbeit als Koch verloren.

Am Vormittag des 21. Februar betrat er die Bankfiliale und streckte der Schalterangestellten dort einen Zettel hin. Darauf stand: „Überfall!!! Habe eine Waffe und bin verzweifelt, legen Sie das Geld in den Beutel“. Die Bankmitarbeiterin packte daraufhin 14.000 Euro in den Stoffsack, den der Mann dabei hatte. Sie schmuggelte allerdings auch ein Alarmpaket mit einem Peilsender hinein und löste den stillen Alarm aus. Weit kam der 43-Jährige deshalb nicht. Er wurde kurz darauf bei einer Bushaltestelle festgenommen.

Juristische Fachliteratur liegt auf einem Tisch
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Der Prozess rund um den Banküberfall war aufgrund des umfassendes Geständnisses in weniger als einer Stunde beendet

Beute sichergestellt, Täter war unbewaffnet

Trotz der Drohung auf dem Zettel hatte der 43-Jährige bei dem Überfall keine Waffe dabei. Die Beute konnte von der Polizei bei der Festnahme vollständig sichergestellt werden. Aufgrund des Umstands, dass sein Mandant unbewaffnet war und die Bankangestellte auch das Wort „Waffe“ auf dem Zettel gar nicht mehr gelesen hatte, stellte der Verteidiger in Frage, ob es sich strafrechtlich wirklich um einen Bankraub handle.

Die Bankmitarbeiterin hat den Überfall auch ohne Beeinträchtigungen überstanden. Als Zeugin sagte sie vor Gericht aus, dass sie keine psychischen Folgen wie Schlafstörungen davongetragen habe. Sie habe auch keine weiterführende Krisenbetreuung gebraucht, sagte die Frau vor Gericht, die bereits zuvor zweimal als Bankangestellte Überfälle mitgemacht hatte.

Trotz Milderungsgründen unbedingte Haftstrafe

Für das Schöffengericht bestand am Donnerstag dagegen kein Zweifel, dass es sich bei der Tat um einen Raubüberfall handelte. Obwohl es aufgrund des Geständnisses und der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten ausschließlich Milderungsgründe gab, kam für das Gericht nur eine unbedingte Haftstrafe in Frage. Der 43-Jährige wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Weniger sei auch aus generalpräventiven Gründen nicht möglich, hieß es bei der Urteilsbegründung. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.