Hörtest bei Neugeborenem
Med-El
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Gesundheit

Med-El engagiert sich in Entwicklungsländern

Das Tiroler Familienunternehmen Med-El startet ein Programm zur Verbesserung der Hörgesundheit in 14 Entwicklungsländern im südlichen Afrika und in Asien. Mit der Österreichischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit investiert die Firma fünf Millionen Euro in Früherkennung und Behandlung von Hörschäden.

Zwei von 100 Kindern im südlichen Afrika können nicht richtig hören. Nur wenigen wird geholfen, denn in diesen Ländern gibt es nur einen HNO-Arzt für eine Million Einwohner. Das neue Programm von Med-El will diesen Kindern nun Gehör verschaffen, sagt Med-El-Geschäftsführerin Ingeborg Hochmair: "Wir haben eine Mission. Und diese Mission heißt: ‚A hearing globe‘. Die Prävention, die Identifikation und die Behandlung von Hörverlust in 14 Ländern.“

Ingeborg Hochmair
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Ingeborg Hochmair von Med-El

Hörtests, Workshops und Schulungen

Die Schwerpunktregionen sind Afrika zwischen Mali und Äthiopien und Südostasien von Nepal bis Bangladesch. Das Hörgesundheitsprojekt beginnt bei Hörtests für Neugeborene und setzt sich fort mit Workshops zum Umgang mit hörgeschädigten Kindern. In einer weiteren Ausbaustufe werden Chirurgen ausgebildet, die in der Lage sind, Hörimplantate einzusetzen.

An der Elfenbeinküste zum Beispiel hat das Tiroler Unternehmen schon mehrere solcher Kurse gefördert. Erst wenn man die Infrastruktur hat, könne man mit der Versorgung beginnen, so Hochmair. Strategischer Partner ist dabei die ADA, Österreichische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, die die Hälfte der Projektkosten trägt.

MedEl Implantate
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Das Cochlea-Implantat ist ein Hörsystem für Menschen mit starker bis hochgradiger Hörminderung und wandelt Schall in elektrische Signale um und leitet diese direkt an den Hörnerv weiter.

Strukturen und Vertriebspartner aufbauen

Über kurz oder lang sollen aus dem Empfängerländern auch Absatzmärkte werden, so Stefanie Unterrieder, Regionalleiterin für das südliche Afrika. Die Idee sei, langfristige Strukturen aufzubauen und Partner aufzubauen, mit denen man in Zukunft Cochlea-Implantante verkaufen kann. Die Erfahrung bisheriger Programme zeige, wer sich im Land engagiert, hat bei staatlichen Ausschreibungen oft die Nase vorn.

Auch das neue Hörgesundheitsprojekt soll letztlich ein wirtschaftlicher Erfolg werden, sagt Ingeborg Hochmair: „Man braucht eine solide Basis, dann wird mit der Zeit auch ein wirtschaftlicher Erfolg daraus.“ Derzeit ist das Tiroler Unternehmen in mehr als 130 Ländern der Welt vertreten.