Quarantäne Kontrollen der Polizei
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Chronik

Krankenhausmitarbeiter tätlich angegriffen

Im Krankenhaus Reutte hat ein Besucher einen Mitarbeiter angegriffen, weil dieser ihm wegen der geltenden Coronaregeln den Zutritt verwehrte. Der Verdächtige wurde wenig später von der Polizei ausgeforscht, er wird angezeigt.

Der 41-jährige Mann wollte als Besucher ins Krankenhaus Reutte. Bei der Einlasskontrolle wurde ihm wegen der geltenden Coronaregeln und dem Besuchsverbot allerdings der Zutritt verwehrt. Das verärgerte den Mann offenbar so sehr, dass er den 30-jährigen Angestellten angriff, ihn am Hals packte und würgte.

Angreifer wurde von der Polizei aufgespürt

Als andere Personen dem Krankenhaus-Angestellten zu Hilfe kamen und die Polizei verständigt wurde, flüchtete der 41-Jährige. Er konnte aber bald ausgeforscht werden, hieß es am Mittwoch von der Polizei. Der Mann wird nun wegen Körperverletzung angezeigt. Das Opfer erlitt Verletzungen am Hals und an den Armen.

Im Bezirkskrankenhaus Reutte gilt aufgrund der Verbreitung der Omikron-Variante ein generelles Besuchsverbot. Nur in Ausnahmefällen dürfen Angehörige unter Wahrung der 2,5G-Regel und dem Tragen einer FFP2-Maske ins Spital eintreten.

ÖGB beklagt zunehmende Aggressivität

„Wir bemerken mit großer Sorge einen Anstieg von Gewalt an Arbeitsplatz“, hielt Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth angesichts des jüngsten Vorfalls im Krankenhaus Reutte am Mittwoch in einer Aussendung fest. Verständnis dafür habe er keines: „Das Gesundheits- und Pflegepersonal hat nicht nur in den vergangenen Monaten Herausragendes geleistet. Es kann nicht sein, dass sie jetzt mit tätlichen Angriffen von Besuchern konfrontiert sind!“

Doch auch in anderen Branchen wie dem Dienstleistungssektor, dem öffentlichen Verkehr oder dem Handel kommt es vermehrt zu Verbalattacken oder tätlichen Angriffen. „Ich appelliere hier an alle: Diese Menschen tun nur ihre Arbeit. Dafür haben sie sich Respekt und Wertschätzung verdient und keine Übergriffe in welcher Form auch immer!“, betonte Wohlgemuth. Bereits im November des Vorjahres war es im Krankenhaus Zams zu aggressivem Verhalten von Besuchern gegenüber Beschäftigten gekommen.