In Tirol wird bleihaltige Munition vorerst nicht verboten. Stattdessen dürfen Jäger künftig kein kontaminiertes Material, sprich den Aufbruch oder einen Kadaver im Wald zurücklassen. Für den Grünen Klubobmann Gebi Mair ist das ein tragbarer Kompromiss. „Geschossen werden darf weiterhin mit jeder Munition, weil der Jägerverband nachvollziehbar erklärt hat, dass für viele Kaliber einfach noch keine bleifrei Munition vorliegt. Aber – und das ist ja das Wesentliche – es darf vom Kadaver nichts mehr in der Natur zurückbleiben. Das heißt, die Jäger müssen alles mitnehmen. Es darf nicht dort bleiben, wo Greifvögel es aufnehmen können.“

Umstellung wird vorbereitet
Jäger und Jägerinnen können mit dieser Vorgabe leben, sagte Landesjägermeister Anton Lacher. Zusätzlich wolle man die Jägerschaft auf das Thema verstärkt aufmerksam machen, versicherte er: „Zudem werden wir flächendeckend für ganz Tirol Umstellungs-Seminare auf alternative Munition durchführen und ausloten, wo überall eine solche Umstellung möglich ist. Wobei ich offen gestanden davon ausgehe, dass wir in etwa schon ein Drittel der Abschüsse mit alternativer Munition durchführen.“
Bleimunition wird verschwinden
Europaweit sterben nach Schätzung von Biologen jährlich rund eine Million Greifvögel an Bleivergiftung. Die EU denkt laut über ein Verbot bleihaltiger Munition nach. Gebi Mair: „In einigen Jahren, davon gehen wir auch aus, wird für den gesamten europäischen Markt das Verbot von bleihaltiger Munition kommen, das derzeit ja schon für die Jagd auf Wasservögel besteht.“ Bleihaltige Munition werde vom Markt wohl genauso verschwinden wie das Blei einst bei Benzin oder Diesel.