Papst Franziskus
MTI/EPA/ANSA/Giuseppe Lami
MTI/EPA/ANSA/Giuseppe Lami
Religion

Reformvorschläge der Innsbrucker Jesuiten

Papst Franziskus hat der Kirche einen Nachdenkprozess verordnet. Dazu sollen die Gläubigen befragt werden, die Ergebnisse diskutiert und dann in Reformen umgesetzt werden. Reformvorschläge unterbreiteten auch die Innsbrucker Jesuiten in einem Brief.

Rund 1.900 Personen und Gruppierungen haben sich in der Diözese Innsbruck am Synodalen Prozess beteiligt, um ihre Vision für die Zukunft der katholischen Kirche darzulegen. In einem offenen Brief an Bischof Hermann Glettler und an die Ordensleitung haben auch die Innsbrucker Jesuiten ihre Anliegen zusammengefasst.

Die Reformvorschläge der heimischen Jesuiten reichen von der Forderung, Frauen den Männern endlich kirchenrechtlich gleichzustellen, über die Neuausrichtung der Sexualmoral und die Entwicklung von Qualitätsstandards in der Seelsorge bis hin zur Begrenzung der Amtszeit für Bischöfe. Es brauche eine Dynamik in der Leitung, fordert Pater Christian Marte vom Innsbrucker Jesuitenkolleg: „Dass jemand bis 75 Jahre Bischof sein muss, geht in der heutigen Zeit nicht mehr.“

Ehrenamtliche Tätigkeit als Kirchenbeitrag anrechnen

Zudem soll die Ausbildung für Personen in Leitungsfunktionen verbessert, die digitale Kommunikation ausgebaut und der Kirchenbeitrag neu gedacht werden. Vielleicht könne man es als Kirchenbeitrag anrechnen, wenn man bei einem Caritas-Projekt oder bei einem Jugendprojekt ehrenamtlich mitarbeite, schlägt Marte vor.

Pater Christian Marte hofft, dass der von Papst Franziskus angestrengte Nachdenkprozess zu einem Umdenken und zur Konzentration auf das Wesentliche führt: „Unsere Aufgabe ist es, auf die zu schauen, denen es nicht so gut geht. Und die gibt es auch in Tirol. Dafür haben wir genug Ressourcen, wenn wir sie gut einsetzen.“

Reformanliegen wird im Herbst im Vatikan besprochen

In den nächsten Wochen werden sich die Diözesen und Bischofskonferenzen mit den Reformanliegen befassen, ab Herbst werden sich dann die Verantwortlichen im Vatikan damit auseinandersetzen.