Schüler schreibt Matura
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Bildung

Streiks an Schulen wegen Matura geplant

Die SPÖ-nahe Schülerinnen- und Schülervertretung „Aktion kritischer SchülerInnen “ ruft zu einem Warnstreik am Dienstag auf. Die AKS fordert, dass es wegen der Pandemie mehr Erleichterungen für die diesjährige Matura geben soll.

Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) hat vor wenigen Tagen angekündigt, dass es in diesem Schuljahr anders als in den beiden Jahren davor, wieder eine verpflichtende mündliche Matura geben werde. Die Anzahl der Themenbereiche für die mündliche Reifeprüfung werde erneut eingeschränkt und die Note der Abschlussklasse wieder in die Maturanote einbezogen – mehr dazu in Matura auch heuer mit Erleichterungen.

Weniger Stoff durchgebracht

Für einige Schülerinnen und Schüler gehen diese Erleichterungen zu wenig weit. Sie verweisen auf die Nachteile durch die Pandemie. „Wir sind nicht mit dem Unterrichtsinhalt durchgekommen, wie wir es hätten sollen“, sagt Schulsprecher Matteo Iori vom BRG in der Au in Innsbruck. Darüber hinaus verweist er auf die Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. „Da muss man schauen, dass man den Leistungsdruck reduziert, wo es nur möglich ist und ihn nicht weiterhin aufbaut“, erklärt der Schulsprecher.

Diskussion statt Unterricht geplant

Die SPÖ-nahe Schülerinnen- und Schülervertretung AKS fordert vom Bildungsministerium weitere Erleichterungen bei der Matura und ruft zu einem Warnstreik auf. Am Dienstag soll um 11.00 Uhr eine Stunde lang an den Schulen gestreikt werden. Auch das BRG in der AU in Innsbruck wird an dem Streik teilnehmen. Anstelle des Unterrichts will man dort eine Diskussion veranstalten, zu der auch Bildungslandesrätin Beate Palfrader und Bildungsdirektor Paul Gappmaier eingeladen wurden. Wegen der erschwerten Rahmenbedingungen in der Pandemie sollten die Maturantinnen und Maturanten heuer auswählen können zwischen der Möglichkeit einer freiwilligen mündlichen Matura oder der Möglichkeit einer Durchschnittsnote, die sich aus den Noten der letzten zwei Schuljahre zusammensetzt, schlägt der Schulsprecher vor.

Nicht alle unterstützen die Warnstreiks

Wie viele Schulen in Tirol und Österreich beim Warnstreik mitmachen, ist noch nicht klar. Für die Woche darauf seien „richtige Streiks“ vorstellbar, heißt es von der AKS. Die Tiroler LandesschülerInnenvertretung wird sich den Warnstreiks nicht anschließen, man wolle weiter auf das Gespräch mit dem Bildungsministerium setzen, heißt es da. Dabei sehe man bessere Chancen für eine Einigung.