Juristische Fachliteratur liegt auf einem Tisch
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Gericht

Gericht sprach junge Mutter schuldig

Zu vier Jahren Haft ist am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht eine junge Mutter verurteilt worden. Der Schöffensenat sah es als erwiesen an, dass sie vor drei Jahren ihrem wenige Monate alten Baby schwere Kopfverletzungen zugefügt hat. Sie selbst bestritt das.

Die 25-jährige Angeklagte schilderte am Mittwoch dem Gericht, dass sie Mitte September 2018 ihre beiden Söhne kurz alleine in einem Zimmer zurückließ. Dann sei ein Weinen zu hören gewesen. Der zweijährige Bruder habe wenig später auf türkisch gesagt „Baby aua, Baby runtergefallen“. Das Kind müsse also aus der ca. 60 Zentimeter hohen Wippe gefallen sein, neben der sie es gefunden hatte.

Gutachter sprachen von massiver Gewalt

Laut zwei Gutachten hat aber eine massive Gewalteinwirkung zu den schweren Kopfverletzungen des kleinen Buben geführt. Die Mutter, die mit der Familie im Unterland lebte, bestritt das. Sie könne sich die Verletzungen nicht erklären. An diesem Tag war sonst aber niemand in der Wohnung, ihr Mann und Vater des Kindes hatte in Wien gearbeitet. Die schweren Kopf- und Hirnverletzungen des Babys waren also nicht nachvollziehbar. Denn auch der damals zweijährige Bruder habe dem Kind diese Verletzungen nicht zufügen können, hieß es heute. Mehrere Schädelbrüche würden viel mehr auf ein eine massive Gewalteinwirkung oder ein mögliches Schütteltrauma hinweisen.

Urteil ist nicht rechtskräftig

Es war der Vater, der damals die Rettungskette von Wien aus in Gang setzte. Seine Frau hatte ihn angerufen, über das schwerverletzte Kind berichtet und geschockt gewirkt. Inzwischen lebt die Mutter in Oberösterreich.

Die Frau wurde am Mittwoch – nicht rechtskräftig – zu vier Jahren Haft verurteilt. Ihr mittlerweile dreijähriger Sohn muss mit schweren Spätfolgen rund um die Uhr in einer Einrichtung betreutet werden.