Kinder warten auf die Corona-Impfung im Austria Center Vienna in Wien
APA/ROLAND SCHLAGER
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Coronavirus

Weitere Impfangebote für Kinder in Bezirken

Am Dienstag startet auch Innsbruck mit Impfungen für Kinder ab fünf Jahren. In St. Johann hatte man schon am Wochenende mit dem Impfen von Kindern begonnen. Im Laufe der Woche folgen Imst und Wörgl. Die Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde wird für Donnerstag erwartet.

Als erste Impfstraße in Tirol öffnete das Bezirkskrankenhaus in St. Johann seine Türen für Kinder. Der Andrang war groß, 169 Kinder zwischen fünf und elf Jahren wurden mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft. Die Kinder und ihre Eltern kamen aus ganz Tirol und auch aus Salzburg, hieß es aus dem Krankenhaus. Für Dienstagnachmittag gibt es bereits mehr als 100 Anmeldungen – mehr dazu in Großes Interesse an Impfung für Kinder.

Noch diese Woche starten in weiteren Tiroler Bezirken die Corona-Schutzimpfungen für Kinder ab fünf, Anfang Dezember starten die Impfungen dann auch in Kitzbühel und Landeck. Den Weg dafür gab das Land Tirol letzte Woche frei – nach dem Vorbild Wiens. In der Bundeshauptstadt wurden bereits knapp 10.000 Kinder geimpft.

Ein Mädchen bei seiner ersten Corona-Impfung im Austria Center Vienna in Wien.
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Viele Eltern sind erleichtert, wenn das Kind geimpft sind. Andere trauen der Impfung noch nicht.

Eltern sind teils noch unsicher

Viele Eltern sind aber noch unsicher, auch weil die Impfung für Kinder derzeit noch eine „Off-Label“-Impfung ist. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat den Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Kinder noch nicht freigegeben. Die Zulassung wird allerdings für diese Woche erwartet.

Auch Daniela Karall, Präsidentin der Österreichischen Kinder- und Jugendheilkunde, bekommt an der Klinik Innsbruck dazu viele Anfragen. Die Impfung, sagt sie, sei für Kinder ausreichend getestet worden. Man sehe, dass die Impfung für Kinder in der geringeren Dosierung wirksam ist und sicher ist, sagte Karall.

Verfassungsrechtler: Impfpflicht für Kinder möglich

Ob Kinder ab fünf Jahren von der geplanten Impfpflicht betroffen sein werden, ist noch unklar. Die für die Impfpflicht notwendige Verordnung des Gesundheitsministeriums ist noch in Ausarbeitung. Die Impfpflicht soll in Österreich mit 1. Februar 2022 in Kraft treten.

Ob diese Verordnung auch für Kinder gelten könnte, dazu meinte der Verfassungsrechtler der Universität Innsbruck Peter Bußjäger gegenüber dem ORF Tirol am Montag: „Das ist letztliche eine gesundheitspolitische Frage, die der Jurist nicht so leicht beantworten kann. Eines muss klar sein: Die Impfung muss sicher sein. Und wenn bei Kindern, egal welchen Alters, Zweifel hinsichtlich der Sicherheit bestehen, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass man eine Impfung für Kinder rechtfertigen könnte.“ Auf die Frage, ob mit der für Mittwoch erwarteten Zulassung des Kinder-Impfstoffs letzte Zweifel ausgeräumt seien, sagte der Verfassungsrechtler: „Aus meiner Beurteilung: ja“.