Chronik

Tiroler Drohne hilft Feuerwehr bei Olympia

Tiroler Feuerwehrleute helfen derzeit der griechischen Bevölkerung rund um die antike Stadt Olympia bei den Nachlöscharbeiten nach den verheerenden Waldbränden. Eine Drohne aus Tirol mit modernster Software unterstützt die Einsatzkräfte.

Die Drohne helfe, frühzeitig Glutnester zu erkennen und zu bekämpfen, so der Landesfeuerwehrverband Salzburg am Freitag. 35 Mann der Feuerwehr Salzburg sind gemeinsam mit fünf Tiroler Feuerwehrleuten nach Lalas auf der Halbinsel Peloponnes gereist, um vor Ort Hilfe zu leisten, unter ihnen Einsatzleiter Jörg Degenhart, Georg Crepaz und Gruppenkommandant Lukas Kaufmann aus Zirl.

Laut dem Landesfeuerwehrverband wird das Kamerabild der Drohne über einen Livestream in Echtzeit zum Bediener in das Einsatzleitfahrzeug übertragen. Dadurch hat auch die Einsatzleitung jederzeit einen Überblick über die Lage. Vor allem in der Nacht erleichtert diese Technik den Einsatz und macht eine Arbeit in den Nachtstunden und somit auch den Schichtbetrieb überhaupt erst möglich.

Äußerst schwieriger Einsatz

Die Feuerwehrmänner arbeiten unter schwierigen Rahmenbedingungen. Es ist am Peloponnes nach wie vor sehr heiß, der Aschestaub nach den verheerenden Bränden gräbt sich in die Atemwege der Einsatzkräfte.

Für die frühzeitige Erkennung sämtlicher Glutnester erkundet die Drohne mittels Kamera und Wärmebildkamera die Gegend. Mithilfe der Drohne werden die Bodentruppen, die eingesetzten Fahrzeuge und die Flugunterstützung zielgerecht geleitet. Seit Ankunft der Mannschaft, die sich am Montagnachmittag auf den Weg nach Griechenland gemacht hatte, konnte die Drohne bereits mehrere „Hotspots“ orten. Sie hat schon etliche Flugstunden hinter sich.

„Extrem kräfteraubender Einsatz“

„In der Region, wo wir sind, sind 10.000 Hektar Wald und Fläche bereits abgebrannt“, sagte Feuerwehrmann Lukas Kaufmann aus Zirl: „Das schaut aus wie eine Mondlandschaft. Das ist für uns Tiroler eine unvorstellbar große Fläche. Und unsere Aufgabe ist, in den Randbereichen dieser abgebrannten Flächen so nachzulöschen, dass nicht noch weitere Flächen abbrennen.“

Am Donnerstag, nach langer Anreise, begannen die Feuerwehrleute mit der Bodenbrandbekämpfung. Im steilen Gelände auf 700 Metern Seehöhe werden die Glutnester und Wurzelstöcke mit speziellen Löschrucksäcken erstickt. „Der Löschrucksack hat ca. 20 Liter Löschwasser drin. Andere Kollegen graben gezielt den Boden mit Hacken und anderen Werkzeugen um und löschen dann“, erklärte Kaufmann. Der Einsatz sei extrem fordernd für die Männer: „Das Gelände ist sehr steil. Die Temperatur ist jenseits der 35 Grad. Wir trinken ca. zwei Liter in der Stunde, weil das sonst der Körper nicht aushalten würde.“

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Einsatz Griechenland
Feuerwehr
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Vom Lernfaktor berichtete auch der Tiroler Jörg Degenhart, Leiter des Sachgebiets Flugdienst und Waldbrandbekämpfung im Österreichischen Bundesfeuerwehrverband: „Gerade die Glutnester im Boden können bei entsprechendem Wind schnell ein Spotfeuer auslösen und die Brände neu entfachen. Durch punktgenaue GPS-Lokalisierung durch die Tiroler Drohne und Koordinaten-Einweisung der Bodentrupps haben wir schon viele Glutnester entfernt – zum Schutz der Anwohner, die sich dankbar und gastfreundlich zeigen.“

In Volksschule untergebracht

Die freiwilligen Helfer sind in einer Volksschule stationiert. Sie sind alle wohlauf. Geplant ist, dass die Salzburger und Tiroler Feuerwehrleute am Samstag die Heimreise antreten. Sie werden von einem neuen Team abgelöst. Ob es dann noch zu einer weiteren Ablöse kommt, stehe vorerst nicht fest.