Haltestelle Langkampfen Nord der neuen Bahntrasse Schaftenau – Radfeld
ÖBB/Geoconsult Wien
ÖBB/Geoconsult Wien
Verkehr

Bahnausbau im Unterland umweltverträglich

Das zuständige Ministerium hat das zweite Teilstück der Unterinntalbahn als umweltverträglich bewertet. Es geht dabei um die rund 20 Kilometer lange Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel zwischen Schaftenau und Radfeld (Bezirk Kufstein).

Seit dem Jahr 2016 planen die Projektteams der ÖBB den zweiten Abschnitt der neuen Unterinntalbahn zwischen Schaftenau und Radfeld. Vor allem ökologische Bestandsaufnahmen, Erkundungsbohrungen, Untersuchungen zu Baulogistik und dem zukünftigen Bahnbetrieb, die Beschreibung der Streckenführung und weitere Planungstätigkeiten haben dabei eine große Rolle gespielt und mehrere Jahre in Anspruch genommen.

Der jeweilige aktuelle Planungsstand wurde der Bevölkerung wiederkehrend in den Gemeinden vorgestellt – mehr dazu in Angath: Widerstand gegen ÖBB-Großprojekt. Aus den Rückmeldungen hätten zahlreiche Anpassungen des Projekts erfolgreich verhandelt und eingearbeitet werden können, hieß es vonseiten der ÖBB. Der Prozess wurde durch Vertreterinnen und Vertreter der Region in einem eigens dafür eingerichteten „Regionalforum“ begleitet.

Chronologie des bisherigen Planungsprozesses

2008: erste öffentliche Informationsveranstaltungen
2009: Trassenauswahl
2016: Vorarbeiten für die UVP
2019: Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung beim zuständigen Ministerium
2020: Aktualisierung von Projektdetails und öffentliche mündliche Verhandlung
2021: Erhalt Bescheid UVP

Einsichtnahme in den Gemeinden

Im August 2019 haben die ÖBB die Erklärung beim zuständigen Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie eingereicht. Die Unterlagen wurden im Frühjahr 2020 noch einmal aktualisiert. Die Umweltverträglichkeitserklärung beinhaltet neben einer umfassenden Projektbeschreibung auch Angaben zu Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen.

Alle Dokumente wurden durch Edikt bekannt gemacht und in den Gemeinden aufgelegt. Ein Sachverständigengremium hat die Angaben begutachtet. In einer öffentlichen Verhandlung wurden die Unterlagen nochmals diskutiert und einer Prüfung unterzogen.

Tunnelabschnitt Angath der neuen Bahntrasse Schaftenau – Radfeld
ÖBB/Geoconsult Wien
Der Tunnelschnitt Angath der neuen Bahntrasse

Eisenbahnrechtliche Genehmigung als nächster Schritt

Mit dem nun vorliegenden positiven Bescheid startet eine neue Phase der Planungstätigkeit für die rund 20 Kilometer lange Eisenbahn-Neubaustrecke zwischen Schaftenau und Radfeld. Als nächster Verfahrensschritt folgt die eisenbahnrechtliche Genehmigung. Für diesen Schritt sind Planunterlagen gefordert, die das Gesamtprojekt im Detail beschreiben. Die ÖBB rechnen hier mit einer rund zweijährigen Verfahrensdauer und strebten weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Anrainerinnen und Anrainern des Projektes an, hieß es.

So sind die Vortriebsarbeiten an einem Rohbaustollen ab dem Jahr 2023 und die Hauptbaumaßnahmen sind ab dem Jahr 2025 möglich. Im Rahmen der interaktiven Ausstellung „Erlebnisbahnsteig“ am Hauptbahnhof Wörgl, präsentieren die ÖBB das Projekt zum Bahnausbau Schaftenau – Radfeld. Interessierte können sich täglich von 09:00 bis 19:00 Uhr bei freiem Eintritt darüber informieren.

Bahnprojekt neuer Abschnitt Schaftenau – Radfeld

  • 20, 4 Kilometer Neubaustrecke, davon 14,4 Kilometer Strecke als zweigleisige Tunnels und 1,98 Kilometer in Wannen. Errichtung einer neuen Haltestelle in Langkampfen
  • Max. Zuglänge 750 Meter, max. Zuggewicht 1.600 Tonnen, max. 230 km/h

Neue Bahnstrecke erfüllt höchste Qualitätsansprüche

Der geplante Abschnitt zwischen Schaftenau und Radfeld ist Teil des Nordzulaufs zum Brenner Basistunnel (BBT). Die Ziele sind dabei noch mehr Kapazität auf der Schiene und zusätzlicher Komfort für Bahnreisende. Die neue Strecke solle dabei höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden, kündigten die ÖBB an.

Es soll raschere Zugverbindungen und bessere Anbindungen geben, ein verbessertes Reiseangebot in Tirol und mehr Kapazitäten im Güterverkehr. Die bestehende Unterinntalbahn soll entlastet werden.