Die Bergrettung übt am Stubaier Gletscher
Andreas Felder
Andreas Felder
Chronik

Bergrettungen beschließen Zusammenarbeit

Die Bergrettungen von Tirol, Südtirol und dem Belluno haben eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Einerseits soll auf lokaler Ebene die Zusammenarbeit der Ortsstellen gefördert werden, andererseits geht es auch um eine institutionelle Vernetzung auf Landesebene.

Viel profitieren können die Bergrettungen voneinander, wenn sie eigenes Knowhow oder Ausbildungsmöglichkeiten mit den anderen teilen, erklärt der Landesleiter der Tiroler Bergrettung Hermann Spiegl. So etwa habe man mit dem Ausbildungszentrum im Jamtal speziell im Winter ein großes Juwel. Da lade man auch Leute aus Südtirol, dem Trentino und dem Belluno zu den Kursen ein. Umgekehrt sei es, wenn ein Bergsteiger aus Tirol die Möglichkeit bekommt, im steilen Fels der Dolomiten einen Kurs zu machen. „Die haben Techniken in der Steilwand, die wir in einigen Ortsstellen auch haben, aber anders entwickelt“, so Spiegl.

Jamtal
Land Tirol
An den Kursen im Jamtal nehmen auch Bergretter aus Italien teil

Frucht eines Interreg-Projekts

Die Bergrettung des Trentino ist bei dieser Zusammenarbeit offiziell noch nicht dabei, soll aber laut Spiegl bald mit ins Boot kommen. Die Zusammenarbeit ist auch Frucht eines Interreg-Projekts, erklärt Spiegl. Bei dem Projekt habe man sehr gut zusammengearbeitet und beschlossen, mit der Zusammenarbeit weiter zu machen. Offensichtlich stimmt auch die Chemie zwischen den Bergrettungen: „Egal wo die Leute herkommen, ob sie aus dem Belluno, aus dem Trentino, aus Südtirol oder aus Nordtirol, wir ticken alle ziemlich gleich“, so Spiegl. Man sei stur aber auch herzlich und angetan von der Kompetenz des anderen.

Bilaterale Vereinbarungen fehlen

Ausbaufähig ist hingegen die Zusammenarbeit auf Behördenebene. Nach wie vor sind etwa die Funksysteme streng nach Ländern getrennt. Hier bräuchte es bilaterale Vereinbarungen zwischen den Staaten.