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FC Wacker: Schwere Vorwürfe gegen Investor

Der FC Wacker Innsbruck hat sich am Dienstag mit schweren Vorwürfen gegen den Investor aus Deutschland an die Öffentlichkeit gewandt. Unter anderem schulde der Investor dem Verein eine hohe, sechsstellige Summe. Mit vier Maßnahmen will der Verein eine Lösung finden.

Wie der Sprecher des Vorstands des FC Wacker Innsbruck, Felix Kozubek, erklärte, habe es ausstehende Zahlungen im hohen sechsstelligen Euro-Bereich und Dutzende, zum Teil rechtlich unerfüllbare Forderungen gegeben. Der Investor habe Menschen aus dem Verein entfernen wollen, habe sie ohne rechtliche Grundlagen beurlaubt, er habe den Ausrüster loswerden wollen, und er habe zudem gefordert, Udo Lindenberg solle die Vereinshymne des FC Wacker neu einsingen.

Führungsteam des FC Wacker Innsbruck
FCW/Senfter
Bei der Vorstellung des neuen Investors aus Deutschland gab es noch viel Grund zur Freude

Ein Großteil der Forderungen sei erfüllt worden, sofern sie statutenmäßig und rechtlich möglich gewesen seien, so Kozubek. Man habe das aus drei Gründen getan. So gehe es zum einen um die Lizenz, man habe den möglichen Aufstieg nicht gefährden wollen, und es gehe um die finanzielle Sicherung der aktuellen Situation.

Hoher, sechsstelliger Betrag ausständig

Die Zahlungen seien dennoch immer wieder ausgeblieben. Das habe dazu geführt, dass sich der Verein im Frühjahr sehr schwergetan habe, die Gehälter von Spielern und Mitarbeitern auszuzahlen, schilderte Kozubek. Aktuell habe der Investor einen hohen sechsstelligen Betrag ausständig, und der werde im Lauf des Monats noch deutlich und schmerzlich höher, hieß es bei der Pressekonferenz.

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Die sportliche Zukunft des FC Wacker Innsbruck ist ungewiss

Geschäftsführung am Dienstag als erster Schritt abberufen

Mit vier konkreten Maßnahmen will der FC Wacker noch einmal eine Lösung finden. Dazu wurden die drei neu bestellten Geschäftsführer, dabei handelt es sich um Vertraute des Investors Matthias Siems, am Montag wieder abberufen – mehr dazu in FC-Wacker-Geschäftsführung abberufen. Es habe unbedingt Handlungssicherheit geben müssen, denn die Kommunikation zwischen dem Vorstand und der Geschäftsführung sei in den letzten Wochen ausschließlich via Anwalt möglich gewesen. Da zahlreiche Meetings von der Geschäftsführung abgesagt worden seien, sei das komplette operative Geschäft blockiert gewesen.

Außerdem sei Gefahr im Verzug gewesen. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über die FC Wacker Innsbruck GmbH würde dem Investor den sofortigen Ausstieg aus dem Investitionsvertrag ermöglichen, hieß es dazu. Der dritte Grund sei ein Interessenkonflikt.

Vorstand bietet Rücktritt an

Darüber hinaus bot der Vereinsvorstand rund um Alfred Hörtnagel und Thomas Kerle dem Investor den Rücktritt an, wenn er innerhalb von sieben Tagen die offenen Summen begleicht und künftig termingerechte Zahlungen garantiert. Insgesamt gehe es dabei um eine Summe im zweistelligen Millionenbereich. Der am Freitag geforderten Wirtschaftsprüfung stimme man zu – mehr dazu in Wacker-Geschäftsführung will Finanzprüfung.

Bezüglich der Rufschädigung des Vereins, die durch eine Schmutzkübelkampagne des Investors ausgelöst worden sei, wolle man sich rechtliche Schritte vorbehalten, betonte der Vorstand.

Unklarheit über weitere sportliche Zukunft

Dass es in diesem Konflikt zwischen dem Verein und dem Investor noch eine Lösung gibt, ist wohl eher unwahrscheinlich. Der FC Wacker Innsbruck steht damit einmal mehr vor einem Sommer mit vielen Fragezeichen. Ohne Investor müsste man auch sportlich wieder deutlich kleinere Brötchen backen.