Frau steht vor einem Fenster
Getty Images/EyeEm/John Encarnado
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Soziales

Auch viele Teenager suchten Hilfe

Zuhause ist für einige Kinder und Jugendliche kein sicherer Platz. Im Kriseninterventionszentrum (KIZ) in Innsbruck bekommen sie Hilfe. Im letzten Jahr war die Einrichtung stetig gut ausgelastet. Auffallend war, dass auch viele Zwölf- und 13-Jährige Hilfe suchten.

Nach dem ersten Lockdown hat das Telefon im Innsbrucker Kriseninterventionszentrum für Kinder und Jugendliche geglüht. Eltern und junge Menschen haben Rat gebraucht. Das familiäre Zusammenleben war durch die Veränderungen aufgrund des Lockdowns teils besonders belastet.

Beratung, Vermittlung und Krisenwohnung

Im KIZ gibt es Beratung, Vermittlungsarbeit zwischen Jugendlichen und Eltern sowie Krisenwohnungen mit kurzfristigen Übernachtungsmöglichkeiten. Im Extremfall kann man bis zu acht Wochen dort bleiben. Die insgesamt sieben Betten dazu noch einige Notbetten waren im vergangenen Jahr gut ausgelastet und sind es immer noch, wie die Geschäftsführerin des KIZ, Stefanie Wolf sagt. Auffallend für sie war das junge Alter der Schutzsuchenden. In die Einrichtung können jungen Menschen von zwölf bis 18 Jahren kommen. Nach dem ersten Lockdown seien aber auffallend viele zwölf und 13-Jährige gekommen.

Druck in Familien zu groß geworden

Home Schooling gepaart mit, Home Office, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit seien eine belastende Mischung. „Es ist auch bei uns in der Einrichtung spürbar gewesen, dass Jugendliche kommen, weil das Home Schooling einen großen Druck in der Familie gemacht hat“, beschreibt die Geschäftsführerin. „Natürlich können Eltern nicht immer alle Fragen beantworten, sie sollen Lehrer und Unterhalterinnen sein und das ist, was es so schwierig macht. Es ist einfach ein Spektrum an zusätzlicher Verantwortung und zusätzlichem Wissen, das man aufbringen muss, entstanden“, führt Wolf weiter aus.

Blick auch auf das Positive richten

Gespräche, Beratungen und Vermittlungen werden online angeboten oder mit Auflagen vor Ort. Eine gute Aufarbeitung dieser Ausnahmesituationen sei wichtig. „Ich denke, diese Nachfolgegeneration muss gut unterstützt werden, dass sie gut, positiv und handlungsfähig in ihre Zukunft blickt“, sagt Wolf. Es gehe darum, nicht nur die Belastung zu ergründen, sondern auch positive Unterstützung zu bieten.