Hallenbad Galtür
Stefan Kürzi
Stefan Kürzi
Politik

Hallenbad Galtür: 75 Prozent für Kooperation

In Galtür ist am Sonntag über ein Konzept zur Erhaltung des örtlichen Schwimmbades abgestimmt worden. Drei Viertel der Befragten sprachen sich dafür aus, dass die Gemeinde zum Erhalt des Bades eine Kooperation mit der JUFA-Gruppe eingehen soll. Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent.

Die Gemeinde Galtür hat nicht ganz 800 Einwohner und ein Sport- und Kulturzentrum samt Hallenbad, in das bisher mehr als 900.000 Euro aus der Gemeindekasse flossen. Um die Schließung zu vermeiden, hat die Gemeinde die JUFA-Gruppe als Partner gefunden. JUFA will zwölf Millionen Euro in ein Hotel mit Tiefgarage, Seminarraum, Gäste- und Familienzimmern investieren, die Gemeinde Galtür saniert um drei Millionen das Hallenbad, Konzertsaal, Fitness- und Wellnessbereich.

Neue Gästegruppe und Bürgerbeteiligung

Bürgermeister Anton Mattle (ÖVP) und der Gemeinderat möchten die Schließung des Bades vermeiden, das Hallenbad sei ein Argument für Gästebuchungen und ein Sportangebot für die Schulen im Paznaun. Der Versuch, Thermen, Kuranstalten, Kliniken und andere als Partner für den Badbetrieb zu gewinnen, scheiterte.

Mit JUFA als Partner könnte Galtür auch von den Kunden des auf „junges Reisen“ spezialisierten Unternehmens profitieren. Mit Gemeindegeld sei das Bad nicht zu finanzieren, die Schließung betrachtet der Bürgermeister als Verlust. Im Konzept mit JUFA auch eingeräumt ist die Möglichkeit, dass Bewohner von Galtür Beteiligungen am Projekt kaufen.

Angst vor weiteren Quartieren

Skeptiker haben sich zur Initiative „Zukunft Galtür“ zusammengeschlossen, waren für Medienanfragen nicht erreichbar und wollten keinen Kommentar abgeben. In Berichten von Lokalzeitungen hieß es, sie seien mit den Investitionsplänen des Bürgermeisters nicht einverstanden, forderten eine Sanierung des Bades durch die Gemeinde allein oder die Schließung des Bades.

Die Initiative hat die Volksbefragung initiiert, bei der die Wahlberechtigten am Sonntag gefragt wurden: „Soll die Gemeinde Galtür, um das Schließen des Hallenbades zu verhindern, eine Kooperation mit der JUFA Gruppe eingehen?“. Als mögliche Motive für die ablehnende Haltung zum Projekt wurden in Galtür Sorge vor einem Konkurrenten und Kritik am Bürgermeister genannt.

Hohe Wahlbeteiligung

640 Stimmberechtigte gab es für die Volksbefragung, 81 Prozent der Stimmberechtigten nahmen an der Abstimmung am Sonntag teil. 75,8 Prozent stimmten für eine Kooperation mit JUFA. Der Gemeinderat hatte im Vorfeld angekündigt, ab einer Wahlbeteiligung von 60 Prozent das Ergebnis als bindend zu betrachten. Somit sei auch der Betrieb des Hallenbads im kommenden Sommer gesichert, so Bürgermeister Anton Mattle am Sonntag. Im Gemeinderat werden nun weitere Details geklärt.