Schwimmbad mit Außenrutsche
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Politik

Ja zum Wave bei magerer Beteiligung

Über zwei Drittel haben am Sonntag in Wörgl für den Fortbestand des Erlebnisbades Wave votiert. Allerdings nahmen nur 27,11 Prozent der Wahlberechtigten an der Volksbefragung teil. Aufgrund der niedrigen Beteiligung sieht sich Bürgermeisterin Hedwig Wechner (SPÖ) in ihren Plänen bestätigt, das Wave zu schließen.

69,65 Prozent, beziehungsweise 1.928 Personen, stimmten mit Ja, 30,35 Prozent, beziehungsweise 840 Personen votierten für ein Ende des Erlebnisbades. Bürgermeisterin Wechner sagte zu dem Ergebnis, sie sehe sich bestätigt, „für das Wave ist das definitiv das Aus“. Die Beteiligung sei viel zu gering gewesen, um mit einer solchen Minderheit so hohe Kosten zu begründen. Letztlich muss aber der Gemeinderat am 29. April über die Zukunft des Wave behandeln. Voraussichtlich wird das Erlebnisbad noch bis Ende August geöffnet sein, gleichfalls sollen jetzt Planungen für ein neues Bad beginnen.

Bad Wave in Wörgl
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Erst 18 Jahre alt und trotzdem stark sanierungsbedürftig: Das Wave

Gutachter mit vernichtendem Ergebnis

Das Thema hatte in Wörgl in den letzten Wochen die Wogen hochgehen lassen. Denn das Wave ist erst 18 Jahre alt, hinter der Fassade sind die Mängel aber offenbar groß. Ein Gutachten von 2019 und ein aktueller Lokalaugenschein stellten dem Bad kein gutes Zeugnis aus. Der Großteil des Bades soll stark beschädigt und die Haustechnik am Ende sein. Der Gutachter spricht von einem „gebauten Bauschaden“. Die Sanierung werde mehr als 15 Millionen Euro kosten, so die Schätzung.

Bürgermeisterin kontra Bürgerinitiative

Während sich die Bürgermeisterin Hedwig Wechner (SPÖ) wegen zu hoher Kosten klar gegen eine weitere Sanierung ausgesprochen hatte, sammelte eine Bürgerinitiative für 2.600 Unterschrift für das Bad ausgesprochen. Die Initiative schlägt vor, dass sich umliegende Gemeinden finanziell an der Sanierung beteiligen und so das Bad retten könnten. Eine Stadt wie Wörgl könne kaum ohne Hallen- oder Freibad auskommen und eine Sanierung wäre jedenfalls billiger als ein Neubau, betonte Gabriele Hausberger von der Bürgerinitiative.

Bürgermeisterin Wechner hatte hingegen schon im Vorfeld eine hohe Beteiligung bei der Volksbefragung für den Erhalt eingefordert: "Wenn 70 Prozent der bei der Gemeinderatswahl 2016 wahlberechtigten Bürger zur Abstimmung kommen und davon die Hälfte für den Erhalt ist, ist klar, dass wir auch in Zukunft für das Wave zahlen müssen.“

Kritik an Wechner aus der ÖVP

Der Wörgler ÖVP-Stadtparteiobmann Michael Riedhart sieht in dem Ergebnis hingegen ein klares Votum für den Erhalt des Wave. Wechner habe mit einer einseitigen Negativ-Kampagne versucht, die Zustimmung nach unten zu drücken. Mit einer unrealistischen 70-Prozent-Beteiligungshürde habe sie im Vorfeld versucht, die Befürworter zu entmutigen. Für die Bürgermeisterin sei es ein demokratiepolitisches Armutszeugnis, ein so deutliches Votum der Bevölkerung beiseite wischen zu wollen, so Riedhart.