Frau mit Kapuze zündet sich eine Zigarette an
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Gesundheit

Pilotprojekt zu Lungenkrebsrisiko

Die Pandemie hat vor einem Jahr ein Pilotprojekt zur Früherkennung von Lungenkrebs an der Klinik Innsbruck gestoppt. Nun soll das Projekt wieder Fahrt aufnehmen. Jedes Jahr erhalten in Tirol rund 450 Menschen die Diagnose Lungenkrebs.

Lungenkrebs wird in den meisten Fällen erst dann entdeckt, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist. In Österreich leben laut Statistik Austria ein Jahr nach Erstdiagnose nur etwas mehr als die Hälfte der Lungenkrebspatienten.

Wenn Lungenkrebs im frühestmöglichen Stadium diagnostiziert wird, liegen die Heilungsraten bei 80 bis 90 Prozent, informiert Georg Pall, Onkologe an der Universitätsklinik Innsbruck. Ein Früherkennungsprogramm würde somit die Sterblichkeit bei Lungenkrebs deutlich reduzieren.

Komplexer Eingriff in Gesundheitssystem

Allerdings handle es sich bei der Einführung eines solchen Früherkennungsprogramms um einen sehr komplexen Eingriff in das Gesundheitssystem, erläuterte Pall. Man müsse sich fragen, bei welcher Person mit welchem Lungenkrebsrisiko mache ein Lungenscreening überhaupt Sinn? Man müsse sich fragen, was mache man mit Befunden und wer kümmere sich dann?

Wegen der Pandemie mit einem Jahr Verspätung sollen nun die Gespräche mit Land Tirol und der Gesundheitskasse aufgenommen werden. Das Projekt werde von einer gesundheitsökonomischen Analyse begleitet. Dort werde untersucht, welche Kosten dem System entstehen. Könne man viele Patienten in einem frühen Krebsstadium erkennen und schließlich auch heilen, würden durch ein Früherkennungsprogramm auch Kostenersparnisse entstehen, so die Argumentation.

500 Teilnehmer bei Pilotprojekt

Bei dem Pilotprojekt sollen 500 Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren und einem Sechs-Jahres-Lungenkarzinomrisiko von mehr als 1,5 Prozent erstmalig nach einem und zwei Jahren, dann alle zwei Jahre untersucht werden. Georg Pall hofft Ende des Jahres mit dem Pilotprojekt starten zu können.