Längenfeld-Gries im Sulztal — Suchaktion nach Lawinenabgang
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Chronik

65-Jähriger überlebte Stunden unter Lawine

Im Sulztal, einem Seitental des Ötztals, ist am Freitag ein Verschütteter nach rund fünf Stunden lebend aus einer Lawine gerettet worden. Bereits zu Mittag waren die Bergretter alarmiert worden, wegen weiterer Lawinen musste der Einsatz aber zwischenzeitlich unterbrochen werden.

Als die Einsatzkräfte gegen 16.30 Uhr die Suche wieder aufnehmen konnten, fand einer der Lawinenhunde bald darauf eine Witterung. Er konnte den Mann in etwa einem Meter Tiefe lokalisieren. Kurze Zeit später befreiten die Retter den Verschütteten lebend und bei Bewusstsein aus den Schneemassen. Der 65-Jährige wurde nach der Stabilisierung durch die anwesende Notärztin und das Team des Notarzthubschraubers in die Innsbrucker Klinik geflogen.

Hundeführer Philipp und Lawinenhund Barik
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Lawinenführer Philipp mit Hund Barik

Offenbar habe sich der Mann beim Lawinenabgang zum Hang hinkauern können, so habe sich ein relativ großer Hohlraum gebildet. Der Boden in dem Bereich sei zudem moosbedeckt gewesen. All das habe offenbar ermöglicht, dass der Verschüttete genug Luft bekommen habe, so Einsatzleiter Günter Schöpf als Erklärung, wie der 65-jährige Mann stundenlang unter der Lawine überleben konnte.

Aufstieg zur Amberger Hütte verschüttet

Die Lawine war offenbar schon gegen 12.10 Uhr auf dem präparierten Weg von Gries in Richtung der Sulztalalm abgegangen und hatte dort den Aufstieg Richtung Amberger Hütte verschüttet. Nach der Meldung an die Leitstelle Tirol rückte die Bergrettung von Gries im Sulztal sofort aus, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Menschen durch den Lawinenabgang auf die Verbindung verschüttet wurden.

Längenfeld-Gries im Sulztal — Suchaktion nach Lawinenabgang
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Wegen der hohen Lawinengefahr hatte die Suche stundenlang unterbrochen werden müssen

Lawinengefahr auch nach Abgang hoch

Die Bergretter suchten den Lawinenkegel zunächst mit Verschütteten-Suchgeräten und Sonden ab, mussten aber nach kurzer Zeit selbst den Rückzug antreten, weil weitere Lawinen in dem Bereich nachkamen. Es sei für die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt einfach zu gefährlich gewesen, so Schöpf. Erst Stunden später konnte die Suche fortgesetzt und erfolgreich abgeschlossen werden. Im Einsatz waren zwei Notarzt- und ein Polizeihubschrauber, 40 Kräfte der Bergrettungen Gries und Längenfeld, drei Lawinenhunde und deren Hundeführer sowie die Alpinpolizei.