Mitarbeiter der Stadtgartenverwaltung kontrolliert eine Baumkrone
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Chronik

14.000 Bäume unter Kontrolle

Jeder einzelne Baum im öffentlichen Raum in Innsbruck ist digital erfasst und sein Zustand dokumentiert. Auch jener Baum, der am 22. März umstürzte und eine Frau schwer verletzte. Trotz täglicher Kontrollen gäbe es keine absolute Sicherheit, sagen Experten.

Die Mitarbeiter der Stadtgartenverwaltung kontrollieren die Bäume alle ein bis drei Jahre. Das Intervall würde vom Schädigungsgrad des Baumes abhängen, erklärt Thomas Klinger, Amtsvorstand der Stadtgartenverwaltung.

Jeder Baum ist im Baumkataster digital erfasst

Thomas Klinger, Amtsvorstand, Stadtgartenverwaltung
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Thomas Klingler. Amtsvorstand der Stadtgartenverwaltung

Alle Bäume im öffentlichen Bereich, also auf Straßen, Spielplätzen, Kindergärten, Schulen und Parks sind im Baumkataster der Stadt erfasst. Rund 14.000 Bäume konnten bisher dokumentiert werden. „Die Mitarbeiter sind mit einem Tablet unterwegs, auf dem sie alle Informationen zu einem bestimmten Baum abrufen können. Etwa die Baumart, Stammumfang, letzte Kontrollen und durchgeführte Maßnahmen“, erklärt Klingler.

Klingler: Unglück nicht vorhersehbar

Am 22.März stürzte in Innsbruck ein Baum um und fiel auf eine 46-jährige Frau und ihren sieben Jahre alten Sohn. Die Frau wurde sehr schwer verletzt, ist aber außer Lebensgefahr. Die Wurzel des Baums war von einem Pilz befallen. „Wenn man von außen nichts sieht, ist es extrem schwierig zu beurteilen, ob ein Baum gesund ist oder nicht“, meint Thomas Klingler. Das Unglück sei nicht vorhersehbar gewesen. „Die Betroffenheit bei allen Mitarbeitern ist groß. Man überlegt, ob man etwas falsch gemacht hat, oder etwas hätte besser machen können“.

Von der Klopfprobe bis zum Resistographen

Bei den routinemäßigen Kontrollen werde zunächst die Krone der Bäume begutachtet, erklärt Stefan Engele, Leiter des Referats für Grünanlagen. Krankheiten seien von außen gut erkennbar. Beim Stamm sei es schon etwas schwieriger. Zunächst werde geklopft, um mögliche Faul- oder Hohlstellen zu erkennen. „Bei Verdacht kommt der Resistograph zum Einsatz“. Bei Einfaulungen oder Hohlstellen würde der Widerstand der in den Baum gebohrten Nadel geringer werden. Das Gerät zeichnet den Widerstand auf, so erhalte man weitestgehend Klarheit, sagt Engele.

Mitarbeiter der Stadtgartenverwaltung bohrt mit dem Resistographen in den Baum
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Der Resistograph bohrt eine Nadel in den Baum und zeichnet den Widerstand auf.

Engele: „Keine hundertprozentige Sicherheit“

Stefan Engele, Referatsleiter, Grünanlagen
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Stefan Engele. Referatsleiter Grünanlagen

„Zum Glück passiert ganz selten etwas. Vielleicht einmal ein Ast, der auf ein Auto fällt. Es gibt aber leider keine hundertprozentige Sicherheit“, sagt Stefan Engele. Bäume seien Lebewesen, nicht alles sei abschätzbar. Man könne nicht in den Wurzelraum reinschauen und wisse nicht immer, wie es der Wurzel geht. „Es ist aber unsere Aufgabe die Bäume zu bewerten und abzuarbeiten. Eine nicht ganz leichte Aufgabe“, meint Stefan Engele.