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Tiroler Einkommen unterdurchschnittlich

Die Einkommen der Tirolerinnen und Tiroler liegen weiter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt – das zeigt eine aktuelle Analyse der Tiroler Arbeiterkammer. Die Coronavirus-Krise werde die angespannte finanzielle Situation vieler im ohnehin teuren Bundesland weiter verschärfen, so die AK.

Am meisten verdienen Menschen im Bezirk Innsbruck-Land mit 30.069 Euro Brutto, am niedrigsten lag der Einkommensschnitt in Landeck mit 23.543 Euro brutto, das zeigt die Analyse der Lohnsteuerdaten der Statistik Austria für das Jahr 2019.

Neben Innsbruck-Land liegt nur der Bezirk Kufstein über dem österreichischen Einkommensschnitt. Der Bezirk Landeck liegt 18 Prozent darunter, Kitzbühel 13 Prozent unter dem Bundesschnitt. Der höchste weibliche Einkommensschnitt wurde in der Landeshauptstadt Innsbruck mit 21.406 Euro brutto im Jahr erzielt. Bei den Männern lag Innsbruck-Land mit 38.253 Euro voran.

Tirol an vorletzter Stelle

Tirol liegt mit einem mittleren Einkommen von 27.312 Euro brutto im Jahr an vorletzter Stelle in Österreich. Das sind um fünf Prozent beziehungsweise um 1.400 Euro brutto weniger als der bundesweite Schnitt, rechnet die AK Tirol vor. Die höchsten Einkommen gab es in Niederösterreich mit 31.920 Euro, dass waren um 4.600 Euro brutto mehr als in Tirol.

Frauen haben besonders niedrige Einkommen

Damit müssten Tiroler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer drei Wochen im Jahr länger arbeiten, um auf den österreichischen Durchschnitt zu kommen. Das schlechte Abschneiden sei vor allem auf die niedrigen Einkommen der Tirolerinnen zurückzuführen, so die AK. Sie liegen mit 20.484 Euro brutto jährlich abgeschlagen auf dem letzten Platz in Österreich und neun Prozent unter dem österreichischen Schnitt.

Viele Teilzeitbeschäftigte in Tirol

Hinzu kommt in Tirol ein hoher Anteil von Teilzeitbeschäftigten. In Tirol arbeiten nur 47 Prozent der Beschäftigten ganzjährig auf einer Vollzeitstelle, bundesweit waren es 51 Prozent. Bei Männern gingen 62 Prozent einer Vollzeitstelle nach, bei Frauen nur knapp 31 Prozent. Der hohe Anteil an Beschäftigten im Bereich Beherbergung und Gastronomie, der von der Coronavirus-Krise besonders betroffen ist, verschärfe die Einkommenssituation in Tirol nochmals, meint die Arbeiterkammer.