Muttereralm Bahn
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Tourismus

Muttereralm-Bahn: Vergabe quasi fix

Die noch von der öffentlichen Hand geführte Muttereralm-Bahn wird vorbehaltlich der Beschlüsse in den Gremien an einen ausländischen Anbieter gehen. Dieser bietet 4,5 Millionen Euro und stellt einen Zusammenschluss mit der Axamer Lizum in Aussicht.

Rund 30 Unternehmen haben sich laut Aussendung der Eigentümer für einen Kauf der Muttereralm-Bahn interessiert. Mit allen wurden Vorgespräche geführt und letztendlich blieben elf konkrete Interessenten übrig, heißt es. Aus diesen kristallisierten sich wiederum drei ernsthafte Bieter heraus.

Mit Abstand bestes Gebot durch ausländischen Bieter

Das Tatry Mountain Resorts (TMR), ein führendes Tourismusunternehmen in Mittel- und Osteuropa, habe das beste Angebot gelegt, erklärten die Eigentümervertreter. Die beiden heimischen Bieter – Stage 12 GmbH und Axamer Lizum – lagen offenbar unterhalb des Mindestgebots, das die Gesellschafter vor Verkaufsbeginn gemeinsam definiert haben.

Die endgültige Entscheidung über den Verkauf an TMR soll kommende Woche in der Vollversammlung des Tourismusverbandes und in den Gemeinderatssitzungen in Götzens und Mutters fallen.

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Eine Verbindung mit der Axamer Lizum ist eines der Ziele des künftigen Eigentümers

Voller Kaufpreis an Verbindung zur Lizum gekoppelt

Laut Eigentümervertretern bietet TMR für die entschuldete Mutereralm Bahn 4,5 Millionen Euro in zwei Raten. 3,25 Millionen Euro werden mit der Übergabe zum 1. April 2021 fällig, weitere 1,25 Millionen Euro allerdings erst dann, wenn alle Genehmigungen einer Verbindung zur Axamer Lizum vorliegen.

Eigentümer der Muttereralm Bahn sind derzeit der Tourismusverband Innsbruck sowie die Gemeinden Mutters und Götzens. Sie haben ein externes Beraterunternehmen mit der Vergabe betraut. Laut dessen Bewertung sei TMR ein international erfahrenes Bergbahnen- und Freizeitpark-Unternehmen, das sowohl Erfahrung mit Skigebieten als auch mit Bikeparks hat. Weiters betreibe TMR einen internationalen Skipass mit über 35.000 Mitgliedern, bei dem die Muttereralmbahn integriert wird, heißt es.

Eigentümerzeigen sich sehr zufrieden

Es sei auf Dauer nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, ein Skigebiet zu führen, so Karl Gostner, Obmann von Innsbruck Tourismus. Ziel sei es gewesen, das Angebot auf der Muttereralm so auszubauen, dass es für mögliche Käufer interessant wird. Das sei mit dem Bikepark beispielsweise gelungen.

Seitens der Gemeinde Mutters zeigt sich Bürgermeister Hansjörg Peer erfreut über das Interesse eines internationalen Partners. Die weiteren Ausbaupläne würden zu einem soliden touristischen Wachstum im westlichen Mittelgebirge führen, glaubt Peer. Ein Zusammenschluss, wie er jetzt kommen soll, wäre zudem für die aktuellen Eigentümer nicht finanzierbar gewesen, ergänzt Josef Singer, Bürgermeister von Götzens.