Politik

Ärger über Politikerrunde nach Sperrstunde

Das Zusammensitzen mehrerer Landtagsabgeordneter am Donnerstag nach der Sperrstunde um 22.00 Uhr hat heftige Reaktionen hervorgerufen. In einer Erklärung sprachen NEOS, Liste Fritz und die FPÖ am Montag von ignorantem Verhalten, das die Würde des Hauses verletzt habe.

Die Politiker saßen laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ noch kurz nach der coronavirusbedingten Sperrstunde um 22.00 Uhr vor dem provisorischen Landtagssitzungssaal im Innsbrucker Congress und tranken dabei auch Alkohol. Einen Ausschank gab es ordnungsgemäß nicht mehr, die Landtagssitzung dauerte an jenem Abend aber noch bis 23.30 Uhr an, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“.

Auf dem Foto, das in der „Kronen Zeitung“ veröffentlicht wurde, waren unter anderen Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP), ÖVP-Klubchef Jakob Wolf, Landesrat Johannes Tratter (ÖVP) sowie weitere ÖVP-Politiker zu sehen. Auch mit von der Partie war – etwas verdeckt – SPÖ-Chef Georg Dornauer. Letzterer war aber nach eigenen Angaben nur fünf Minuten dabei, weil er noch auf der Rednerliste gestanden sei. Wolf habe ihn an den Tisch gerufen. Ledl-Rossmann gab sich inzwischen zerknirscht. Sie sprach von einer „Dummheit“, die nicht hätte passieren dürfen.

„Ignorantes Verhalten verletzt Würde des Hauses“

„Aufgrund der Vorkommnisse letzter Woche und rund um das Bild, das der Öffentlichkeit zugegangen ist, gibt es dringend Klärungsbedarf, insbesondere was die Würde des Hauses angeht“, so FPÖ-Klubobmann Markus Abwerzger.

„Präsidentin mit massivem Erklärungbedarf“

Eine Landtagssitzung sei kein Anlass zu feiern, sondern ein Anlass zu arbeiten, sagte Andrea Haselwanter-Schneider (Liste Fritz). NEOS, FPÖ sowie die Liste Fritz sahen die Würde des Hauses schwer beschädigt. Massiven Erklärungsbedarf bei Ledl-Rossmann ortet Dominik Oberhofer (NEOS). Dieser Vorfall sorge nicht nur bei der Bevölkerung für berechtigten Unmut, sondern habe auch die Politik massiv beschäftigt, so die Klubobleute in einer gemeinsamen Aussendung. Diese suchten daher bei Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann um einen Gesprächstermin an.