Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
F. M. Müller
F. M. Müller
Wissenschaft

Über 2.000 Jahre altes Haus freigelegt

Archäologen haben auf der Hohen Birga bei Birgitz ein über 2.000 Jahre altes Haus freigelegt. Die Befunde der Grabungsarbeiten lassen die älteren Grabungen in diesem Bereich in einem anderen Licht erscheinen und zeigen, dass hier vieles relativiert werden muss.

Entdeckt wurden die Überreste einer Rätersiedlung auf der Hohen Birga bereits 1937. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs und seiner Folgen mussten die Arbeiten aber unterbrochen werden, ehe sie der 1989 verstorbene Prähistoriker Osmund Menghin wieder aufnahm. Menghin legte zwar ein halbes Dutzend Gebäude aus der jüngeren Eisenzeit frei, leider gibt es dazu kaum Veröffentlichungen und alte Grabungsdokumente sind verschollen.

Teile der alten Grabungsdokumentation wieder gefunden

Archäologen unter der Leitung von Florian Martin Müller konnten Teile der alten Grabungsdokumentation sowie hunderte Fotos ausfindig machen. Ihre Ausgrabungen konzentrierten sie auf den Bereich der alten Menghin-Grabungen. Seit zwei Jahren arbeiteten die Archäologen in einem Bereich, wo Menghhin 1949 nach eigenen Angaben ein in den Hang eingetieftes Gebäude entdeckt hatte.

Fotostrecke mit 12 Bildern

Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
F. M. Müller
Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
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Freilegung des eisenzeitlichen Gebäudes
Die Unterlagen der Altgrabungen (Tagebücher, Fotos, Negative, …)
F. M. Müller
Die Unterlagen der Altgrabungen (Tagebücher, Fotos, Negative, …)
Eisenzeitlicher Glasring
F. M. Müller
Eisenzeitlicher Glasring

Die Ausgrabungen in diesem Sommer zeigten, dass das Haus zum Großteil von Menghin nie ausgegraben wurde. Auf den Mauern befanden sich noch verkohlte Balken der ursprünglichen Holzwände. Möglicherweise wurde das Haus bei der Eroberung durch die Römer niedergebrannt. Im Inneren des Gebäudes fanden die Archäologen unter anderem einen gestampften Lehmfußboden und eine Herdstelle. Ein angeblich 1949 entdeckter Lehmofen, der damals in der Presse als „erster Stubenofen des Alpenraumes“ bezeichnet wurde, stellte sich als eingestürzte, ursprünglich mit Lehm verstrichene verkohlte Holzwand, heraus.

Angaben von alter Grabung müssen relativiert werden

„Die heurigen Arbeiten haben gezeigt, dass die wenigen überlieferten Angaben der Altgrabungen zur Bebauung und dem Aussehen einzelner Gebäude zum Teil deutlich relativiert werden müssen“ merkt Grabungsleiter Müller an. Nachdem offensichtlich keineswegs sicher ist, was bei den Altgrabungen wirklich freigelegt worden ist, hoffe man im kommenden Jahr auch bei einem weiteren Gebäude, zahlreiche neue Erkenntnisse gewinnen zu können, so Müller.

Geopark soll entstehen

Neben den neuen wissenschaftlichen Untersuchungen auf der „Hohen Birga“ wurde in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit dem lokalen Verein Archäotop Hohe Birga und der Gemeinde Birgitz auch an der Erschließung des Hügels als archäologischem Park gearbeitet. Auf Basis der Grabungsbefunde konnten bereits früher entdeckte Gebäude teilweise rekonstruiert werden. Um interessierten Besucherinnen und Besucher ein besseres Bild vom Leben der Menschen auf der Hohen Birga zu geben, wird derzeit laut Müller an der Entwicklung eines Audioguides gearbeitet.