Walter Mayer beim Prozess
APA/BRIGITTE FORSTER
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Gericht

15 Monate bedingt für Walter Mayer

Der ehemalige ÖSV-Trainer Walter Mayer ist am Freitag wegen Dopingvergehens und schweren Betrugs am Landesgericht Innsbruck zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Mayer hatte sich zwar teilweise schuldig bekannt und unter anderem zugegeben, für den Eigenbedarf EPO und Wachstumshormone besorgt zu haben. Ein vor der Polizei abgelegtes umfangreicheres Geständnis hatte er aber widerrufen. Mayer meldete zwar Rechtsmittelverzicht an, der Staatsanwalt gab aber keine Erklärung ab. Mayer muss außerdem eine Geldstrafe in der Höhe von 240 Tagessätzen zu vier Euro, also insgesamt 960 Euro zahlen. Erschwerend seien seine einschlägige Vorstrafe, der lange Tatzeitraum und die Tatwiederholung gewesen, sagte die Richterin.

Mayer sprach von Druck durch die Polizei

Nach dem der ehemalige Langlauftrainer Mayer, der bereits in der Vergangenheit in Dopingskandale verwickelt war, im Februar beim Auftakt für den jetzigen Prozess in Innsbruck noch geschwiegen hatte, sagte er am Donnerstag beim zweiten Verhandlungstag vor Gericht aus. Unter Druck habe er im Zuge der Polizeiermittlungen seine Beteiligung an Dopingpraktiken zugegeben, diese Aussagen nehme er jetzt zurück, so Mayer.

Dabei hatte Mayer ausgesagt, dass er unter anderem von einem Kroaten fünf leere Blutbeutel für den ehemaligen Langläufer Harald Wurm besorgt habe und, dass er Johannes Dürr 400 Milliliter Blut abgenommen habe. „Davon stimmt aber gar nichts, das ist von mir erfunden“, sagte Mayer zur Richterin. Er habe diese Aussagen nur getätigt, weil er von den Polizeibeamten unter Druck gesetzt worden wäre, da sie ihm versprochen hätten, dass er nur nach Hause dürfe, wenn er etwas zugebe, erklärte Mayer.

Mayer bekannte sich teilweise schuldig

Druck bei der Polizeibefragung habe es nicht gegeben, widersprachen dagegen als Zeugen geladene Beamte. Trotz des Widerrufs bekannte sich Mayer teilweise schuldig. Er gab zu, einer mitangeklagten Leichtathletin Infusionen gegeben zu haben. Dabei habe es sich aber lediglich um eine Magnesium-Kochsalz-Lösung gehandelt und diese stehe nicht auf der Dopingliste. Dass damals Infusionen von mehr als 50 Milliliter vor Wettkämpfen verboten waren, habe er nicht gewusst, verteidigte sich Mayer. Er gestand zudem, von dem Kroaten unter anderem EPO und Wachstumshormon bezogen zu haben. Die Mittel habe er aber nur für den Eigenbedarf gekauft und nie an jemanden weitergegeben.

Vorwurf des Beitrags zum Sportbetrug

Dem ehemaligen Langlauftrainer wurde vorgeworfen, von 2012 bis 2019 Sportler beim Dopen unterstützt zu haben und auch selbst Dopingmittel, darunter Wachstumshormon, Testosteron und Humanalbumin, an Sportler weitergegeben zu haben. Zudem soll er Blutdoping an Athleten praktiziert und damit zu deren Sportbetrug beigetragen haben.

Mitangeklagte ebenfalls verurteilt

Auch die mitangeklagte Leichtathletin wurde wegen schweren Betrugs verurteilt. Sie muss eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen à vier Euro, also ebenfalls insgesamt 960 Euro zahlen. Die Sportlerin hatte zugegeben, in den Jahren 2018 und 2019 verbotene Substanzen an andere Sportler weitergegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft warf ihr aber auch vor, in den Jahren 2014 und 2015 gedopt an Wettkämpfen teilgenommen und Preisgelder gewonnen zu haben. Dies bestritt sie, ihr Urteil war ebenfalls nicht rechtskräftig.