Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg
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Coronavirus

Tilg verteidigt Vorgehen der Behörden

Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) hat am Montag in der ZIB2 Vorwürfe zurückgewiesen, dass Tirol zu spät auf die Coronavirus-Bedrohung reagiert habe: „Die Behörden haben alles richtig gemacht“. Bis Montagabend lagen in Tirol 311 positive Coronavirus-Testergebnisse vor.

Wie schon Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Sonntag erklärt hatte, bestätigte auch Tilg, dass in Tirol jetzt die bundesweiten Regelungen zur beschränkten Bewegungsfreiheit gelten – also: „Man darf in Tirol spazieren gehen in freier Natur, das ist auch gut so, wir haben eine wunderbare Landschaft“, sagte er.

In der ursprünglichen Tiroler Verordnung war diese Ausnahme nicht enthalten. LH Günther Platter (ÖVP) hatte dies im Lauf des Montags jedoch entsprechend der Erklärungen von Bundeskanzler Sebastian Kurz adaptiert. Allerdings sei dies kein Freibrief für jegliche Hobbyausübung, betonte Platter. Er appellierte an die Bevölkerung, den Tiroler Weg freiwillig mitzugehen und das Haus nicht zu verlassen – mehr dazu in LH Platter: Spazierengehen ist erlaubt.

„Auch in der zeitlichen Abfolge alles richtig passiert“

In den Tiroler Maßnahmen sieht er keinen Fehler, betonte Tilg: „Ich glaube, dass auch in der zeitlichen Abfolge alles richtig passiert ist“, sagte Tilg – angesprochen darauf, dass Island Ischgl schon am 5. März zum Risikogebiet erklärte, weil 15 Heimkehrer positiv getestet wurden. Der Krisenstab in Tirol tage seit 21 Tagen – elf Tage, bevor es in Ischgl den ersten Fall des erkrankten Kellners im „Kitzloch“ gegeben habe. Die Bar wurde am 10. März geschlossen und das Ende der Wintersaison am 12. März angekündigt.

Tiroler Gesundheitslandesrat Tilg: „Behörden haben richtig agiert“

Bernhard Tilg (ÖVP), Gesundheitslandesrat von Tirol, über das Tiroler Coronavirus-Krisenmanagement.

Auch dass Skilifte bis Sonntag in Betrieb waren – was sogar Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in der Sonder-ZIB für nicht richtig erachtete – sah Tilg nicht als Problem. Der Vorwurf, dass sich da die Bergbahnlobby durchgesetzt habe, stimme nicht. Tirol habe ständig Maßnahmen getroffen, die Gesamtvorgangsweise sei richtig gewesen.

Dazu, dass St. Christoph – ein Teil des Gemeindegebiets von St. Anton – nicht ebenfalls unter Quarantäne gestellt wurde, obwohl dort nach einem Ärztekongress mehrere Menschen positiv getestet wurden, meinte Tilg: Es gebe noch andere Gemeinden in Österreich mit positiven Fällen.

Tilg und Platter verweisen auf Eigenverantwortung

Auch bei der Ausreise von Touristen aus dem ab Freitag unter Quarantäne gestellten Ischgl sah Tilg keinen Fehler – auch wenn laut ZIB2 mehrere hundert von ihnen in Innsbruck in Hotels abstiegen, weil sie erst am Samstag Flüge hatten. „Das liegt auch in der Eigenverantwortung der Gäste“, meinte er. Und man habe mit ihnen mit Formularen vereinbart, dass sie „zügig durch Tirol und Österreich durchfahren“ und sich daheim zwei Wochen in Quarantäne begeben. Außerdem wisse das Land von der Stadt Innsbruck nur von vier solchen Touristen.

Wenn die Gäste nicht wie vereinbart zügig durh Tirol gefahren sind, sondern sich stattdessen Quartiere suchten, liege das in deren Verantwortung. erklärte zuvor bereits LH Günther Platter.

„Coronavirus nicht in Ischgl entstanden“

Der Gesundheitslandesrat zeigte sich empört, dass in den ausländischen Medien der Eindruck vermittelt werde, „dass das Coronavirus in Ischgl entstanden ist. Das ist aber nicht so“, es sei ein internationales Problem, das „leider“ auch in das Paznauntal hineingetragen worden sei. Die Tatsache, dass Tirol österreichweit die meisten Fälle hat, führte er auch darauf zurück, dass man eben ein „großes Tourismusland“ sei und mit der vielen Mobilität das Coronavirus ins Land gekommen sei.