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Chronik

2019 mehr Einbürgerungen in Tirol

Im vergangenen Jahr sind in Tirol 598 Personen eingebürgert worden. Das entspricht einem Zuwachs von zwölf Prozent im Vergleich zu 2018. Österreichweit wurden 10.606 Personen eingebürgert, Tirol lag hier im Durchschnitt.

2019 wurden laut Statistik Austria österreichweit um 12,2 Prozent mehr Menschen eingebürgert als noch im Vorjahr. Tirol gehört dabei zu sieben Bundesländern, in denen ein klares Plus verzeichnet werden konnte. Die meisten Einbürgerungen gab es zuletzt in Wien(4.563)und Oberösterreich (1.386). Die größten prozentuellen Zuwächse hatten Salzburg (+47,2 Prozent) und die Steiermark (+38,2 Prozent).

Rechtlicher Anspruch auf Staatsbürgerschaft

Von den 598 Männern und Frauen, die in Tirol 2019 die Staatsbürgerschaft erhielten, hatte die überwiegende Mehrheit (361 Personen) einen rechtlichen Anspruch darauf geltend gemacht. Das bedeutet, dass sie die gesetzlich festgelegten Bestimmungen erfüllten, um ein Recht auf die österreichische Staatsbürgerschaft einzufordern. Dazu zählen Menschen, die einen sechsjährigen Wohnsitz in Österreich und besonders berücksichtigungswürdige Gründe wie eine EWR-Staatsangehörigkeit, Geburt in Österreicher oder Asylberechtigung vorweisen konnten.

Doch auch die Ehe mit einer Österreicherin oder einem Österreicher, sowie ein 15-jähriger Wohnsitz in Österreich plus eine nachhaltige Integration berechtigen zur Staatsbürgerschaft. Ebenfalls betroffen sind außereheliche und Pflegekinder unter 14 Jahren. 79 Personen erhielten wiederum die Staatsbürgerschaft nach Ermessen der Behörden. Das setzt die Feststellung einer ausreichenden Integration der antragstellenden Person nach zehnjährigem Wohnsitz in Österreich voraus. In 158 Fällen wurden Ehepartner und Kinder mit ihren Angehörigen miteingebürgert. Auch dafür muss eine Reihe an Integrationsbedingungen erfüllt werden.

Meiste Einbürgerungen aus europäischen Drittstaaten

Die meisten Personen, die 2019 in Tirol eingebürgert wurden, hatten davor die Staatsbürgerschaft eines europäischen Drittstaates. In 268 Fällen kamen die neu Eingebürgerten ursprünglich aus Osteuropa, dem Westbalkan oder der Türkei. Die zweitgrößte Gruppe unter den Neueinbürgerungen bilden Bürgerinnen und Bürger asiatischer Staaten. 127 Personen stammten also ursprünglich aus Staaten des Nahen, Mittleren oder Fernen Ostens.

Die drittgrößte Gruppe bildeten mit 117 Fällen Personen aus anderen EU-Staaten. Deutlich kleiner war die Zahl der Einbürgerungen von Menschen aus Afrika (62), Amerika (15) und von Staatenlosen (8). Zwischen 2006 und 2014 ist die Zahl der Einbürgerungen in Tirol um drei Viertel zurückgegangen, nämlich von 2.027 auf 530. Seit 2015 ist die Zahl allerdings wieder geringfügig angestiegen und umfasste zuletzt die bereits erwähnten 598 Fälle.