Sport

Weltrekordsprung aus sieben Kilometer Höhe

Ein Köpfler aus sieben Kilometer Höhe in Richtung Achensee – das ist ein Weltrekord. Der Extrem-Gleitschirmspringer Mike Küng wagte den kühnen Versuch und absolvierte den Sprung aus einem Heißluftballon erfolgreich.

Ein Sprung kopfüber aus sieben Kilometern Höhe ist nichts für schwache Nerven. Der Extrem-Gleitschirmspringer Mike Küng hat es am Dienstag dennoch gewagt – und damit einen Weltrekord aufgestellt. Sein „Head Over“-Sprung aus 7.100 Metern Höhe war der erste in diesem riskanten Format. Damit hat er den bisherigen Rekord von 6.400 Metern eingestellt.

Mike Küngs Technik, kopfüber direkt aus dem Korb zu springen, ist aus dieser Höhe ein absolutes Novum. Normalerweise hängen die Gleitschirmspringer an einem sogenannten D-Bag unterhalb des Korbs. „Das Spezielle am Head Over-Sprung ist das besonders intensive Sprung- und Freifallgefühl das man beim D-Bag nicht in dieser Form erlebt. Ein Head Over ist zudem die technisch größere Herausforderung als ein D-Bag“, so Küng. Im Gegensatz zum Fallschirmsprung ist der Gleitschirm beim Absprung bereits geöffnet. Damit muss Küng über den Schirm springen, um danach sicher fliegen zu können.

Sprung gelang beim ersten Versuch

Küng zeigte sich erleichtert darüber, dass der Weltrekord beim ersten Versuch geklappt hat: „Ich bin überglücklich, dass mir dieser Head Over auf Anhieb gelungen ist. Die Bedingungen waren traumhaft, wir hatten wolkenlosen Himmel und optimale Fernsicht."

Weder die schwindelerregende Höhe noch die klirrende Kälte am Dienstagmorgen konnte dem 51-Jährigen etwas anhaben: Minus 18 Grad hatte es, als Küng um 8.23 Uhr mit dem Heißluftballon „Achensee“ in die Höhe stieg. Beim Absprung in 7.100 Metern Höhe hatte es minus 25 Grad. Die Ballonfahrt absolvierte der Extremsportler ohne künstlichen Sauerstoff. Gelandet ist Küng schlussendlich nicht in Tirol sondern in Bayern, nahe Bad Tölz.

Der Extrem-Gleitschirmspringer Mike Küng vor dem Heißluftballon vor seinem Weltrekordsprung.
Tom Klocker

Nicht der erste Weltrekord für Küng

Mike Küng ist kein Unbekannter unter den Gleitschirmfliegern: Mit einer Fahrt auf 10.100 Meter Höhe mit dem Heißluftballon stellte er bereits 2004 den Höhenrekord auf. Im Jahr 2000 gelang dem gebürtige Vorarlberger der internationale Durchbruch mit seinem Sieg bei der Acro-Weltmeisterschaft „Wings over Aspen“ in den USA – der Gleitschirm-Akrobatik-WM.

Diesem Triumph folgte eine Überquerung des Ärmelkanals per Gleitschirm im Jahr 2003. Weitere Meilensteine seiner Karriere waren ein Sprung von der Europabrücke wie auch sein Indoor-Sprung in einer Cargolifter-Halle.