Hirsch im winterlichen Wald
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Chronik

Massenabschuss von Rotwild im Außerfern

Der TBC-infizierte Wildbestand in Kaisers im Außerfern macht einen Abschuss von mehr als 20 Stück Rotwild notwendig. Derzeit bereitet man sich darauf vor, die Tiere in einem Wildgatter abzuschießen, um die Gefahr einer Übertragung von Tuberkulose auf Weiderinder und damit auch auf Menschen zu reduzieren.

Im Jagdrevier von Kaisers wird schon seit längerem Rotwild in einem offenen Gehege angefüttert. In den nächsten Wochen wird in einem dieser Gatter eine drastische Maßnahme notwendig, auch weil die ansässigen Jäger die vorgeschriebene Abschlussquote bis heute nicht erfüllt haben. Durch das Futter werden die Tiere in den abgezäunten Bereich gelockt, erklärte Paul Ortner, stellvertretender Veterinärdirektor, die Vorgehensweise. Wenn man dann sehe, dass sich die richtige Anzahl an Rotwild mit der richtigen Geschlechterverteilung im Gatter befindet, werde dieses per Knopfdruck geschlossen.

Unbeliebte aber „tierschonende Maßnahme“

Aus 50 bis 70 Metern werde das Rotwild dann getötet. Laut Ortner handelt es sich bei diesen Abschüssen um eine tierschonende Maßnahme. Das Erlegen aus nächster Nähe erhöhe die Treffsicherheit. Zudem verhindern Schalldämpfer Panik in der Gruppe, betonte Ortner. Landesjägermeister Anton Larcher bezeichnete die Vorgehensweise als „einzige Möglichkeit, TBC im Wildbestand in den Griff zu bekommen“. Es sei im Interesse der Jägerschaft, dass die Krankheit zumindest eingegrenzt wird, besser noch verschwindet.

TBC Wild Außerfern
Ernst Rudigier
Einer großen Menge an Wild droht im Außerfern der Ausschuss.

Den Jägern in Kaisers, die ihre Ausschussquote nicht erfüllt haben, will Larcher keinen Vorwurf machen. Der sonnige Herbst habe die Jagd dort ungemein erschwert. Gerade an schönen Tagen seien sehr viele Freizeitsportler unterwegs, das Wild ziehe sich dadurch zurück und werde nachtaktiv. Es entziehe sich dadurch den Abschussmöglichkeiten der Jäger. Auch in anderen Tiroler Revieren könnten die Rotwildquoten heuer nicht erfüllt werden. Weitere Gatterabschüsse seien jedoch nicht notwendig, versicherte der Landesjägermeister.