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APA/BARBARA GINDL
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Verkehr

Markanter Anstieg bei Alkolenkern

Die Tiroler Polizei hat am Mittwoch Bilanz über das abgelaufene Jahr auf Tirols Straßen gezogen. Auffallend viele Lenker seien alkoholisert bzw. besonders rücksichtslos unterwegs gewesen. Von den 37 Verkehrstoten waren die meisten einheimische Männer.

Die meisten tödlichen Unfälle haben sich tagsüber und auf Landesstraßen ereignet, viele davon im Oktober und Dezember. Insgesamt seien die Autofahrer in Tirol letztes Jahr risikoreicher unterwegs gewesen.

Alkotest
ORF
Nicht nur bei den Alkolenkern gab es eine deutliche Steigerung sondern auch bei jenen, die unter Drogeneinfluss mit dem Auto gefahren sind

Von hundert kontrollierten Lenkerinnen und Lenkern waren im Schnitt zwei betrunken unterwegs, das ist laut Markus Widmann, dem Leiter der Verkehrsabteilung der Polizei, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr zuvor. Bei zwei Drittel der positiven Alkotest habe der Wert über 0,8 Promille gelegen. 172 überprüfte Lenkerinnen und Lenker standen unter Drogen – das seien vier Mal so viele wie im Jahr 2018, sagt Widmann.

„Unerklärliche“ Steigerung 2019

„Auffällig ist, dass es in den Vorjahren bei Alkohol und Drogen einen kontinuierlichen Rückgang gab. Aber im Jahr 2019 waren es aus unerklärlichen Gründen um 400 mehr als 2018“, so Widmann. 3.600 Alkolenker sind 2019 angehalten worden. Neun von zehn Alkolenkern sind männlich. Widmann appeliert an die Autofahrer sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein.

Eine Person hantiert, während des Lenkens eines Pkws, mit seinem Handy aufgenommen
APA/HELMUT FOHRINGER
Jeder bzw. jede Siebte wurde telefonierend oder tippend am Steuer erwischt

600.000 Temposünder erwischt

Etwa jeder Siebte saß zudem mit Handy am Steuer – entweder telefonierend oder Nachrichten tippend. Ablenkung und Unachtsamkeit sind nach wie vor Unfallursache Nummer eins, knappt gefolgt von überhöhter Geschwindigkeit. Über 600.000 Autofahrer wurden geblitzt – ebenfalls deutlich mehr als im Jahr zuvor. Dies auch deshalb, weil viele Radarkästen inzwischen in beide Richtungen funktionieren. Verbesserte Messverfahren dokumentierten letztes Jahr auch öfter knappes Auffahren bzw. nicht eingehaltenen Sicherheitsabstand. Dadurch gab es zwei Drittel mehr Anzeigen als im Vorjahr.

Positiv zu vermerken sei, dass es weniger tote Motorradfahrer gab und sich die Gurtenmoral gebessert habe, so Widmann.