Joachim Bißmeier
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Kultur

ORF Tirol buhlt um „Hörspiel des Jahres“

Auch für 2019 kann das Radiopublikum wieder abstimmen, um das „Hörspiel des Jahres“ zu küren. Bis 17. Jänner 2020 können die Hörerinnen und Hörer noch abgestimmen. Zur Wahl stehen auch zwei Hörspiele aus dem ORF Landesstudio Tirol.

Im Wettbewerb um das Hörspiel des Jahres beteiligt sich der ORF Tirol mit den Hörspielen „Uherský Brod – ein ferner Name“ und dem live vor Publikum produzierten Stück „Der Spielplatz“.

Grünmandl auf Spurensuche in Uherský Brod

Im Hörspiel „Uherský Brod – ein ferner Name“ erzählt Florian Grünmandl von seiner Suche nach den Spuren seiner jüdischen Vorfahren. Dabei verschlägt es ihn in die mährische Kleinstadt Uherský Brod. Von dort aus übersiedelte der Großvater 1907 nach Hall in Tirol. Dort hat der Textilhändler schließlich ein Geschäft eröffnet und eine Familie gegründet. Eines der vier Kinder Grünmandls und seiner Frau Christine war der bekannte Kabarettist Otto Grünmandl.

Auch einen entfernten Verwandten in Israel hat Florian Grünmandl bei seinen Recherchen entdeckt. Chaim ist schließlich nach Österreich hinzugekommen, um Florian Grünmandl bei seinen Recherchen zu begleiten. Dabei haben beide insbesondere die Schicksale der Familie Grünmandl während des NS-Terrors beleuchtet. Eine Zeit, von der Vater Otto Grünmandl nur wenig gesprochen hat.

Helmuth A. Häusler
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Helmuth A. Häusler in Aktion.

Wie die Recherche zum Hörspiel wurde

Vor allem waren es Briefe, Familiendokumente und die Gespräche mit Chaim, die Florian Grünmandl zum Hörspiel „Uherský Brod“ inspiriert haben. Er erzählt in beeindruckenden Bildern, immer wieder mit zarter Poesie und überraschenden Wendungen. Für Tontechnik und Schnitt bei „Uherský Brod“ ist Michael Mangweth verantwortlich, für die Regie Martin Sailer.

Für „Uherský Brod“ wurde ein Starensemble im ORF Landesstudio Tirol an das Mikrofon geholt, darunter Julia Gschnitzer, der Burgschauspieler Joachim Bißmeier und Helmuth A. Häusler. Joachim Bißmeier spricht Chaim, Helmuth A. Häusler besetzt die Rolle von Florian. Julia Gschnitzer fungiert als Erzählerin. Dabei liest sie auch Gedichte von Otto Grünmandls Kusine Gerti, die in einem KZ ermordet wurde.

Team
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Die Mitwirkenden des Grünmandl-Hörspiels (von links nach rechts): Martin Sailer, Florian Grünmandl, Julia Gschnitzer, Joachim Bißmeier, Michael Mangweth und Helmuth A. Häusler.

Ein Projekt wird immer absurder

Deutlich weniger ernst ist wiederum das zweite Hörspiel „Der Spielplatz“ von Manfred Schild. Es ist eine Satire auf die Welt von Managern, Wirtschaftsritualen und Eitelkeiten.

Im Stück wollen der Leiter einer kleinen Gartenbaufiliale und seine Assistentin einen Spielplatz für die lieben Kleinen der Kundschaft errichten. Dabei mischt die Zentrale aber kräftig mit. Man setzt Experten in Marsch, darunter eine resolute Marketingchefin , einen Stararchitekten und einen Genderbeauftragten. Die Folge ist eine wahre Orgie an Sitzungen, die das Projekt immer absurder werden lassen. Nicht zu vergessen sind dabei ausgefallene Tagungsorte, darunter ein Fitnessstudio, wo der Filialleiter kurz vor dem Kollaps steht.

Schauspieler beim Stück „Der Spielplatz“
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Besprechung im Fitnessstudio: Szene aus „Der Spielplatz“.

Ein originelles Stück in lustiger Besetzung

Den Filialleiter spielt Dietmar Mössmer, dessen Assistentin Jasmin Mairhofer. Sophie Wendt belegt die Rolle der Marketingchefin, Gerhard Kasal die des Genderbeauftragten. „Der Spielplatz“ wurde als Hörspiel live vor Publikum produziert. Den Zuschauerinnen und Zuschauern bereitete das Stück dabei nicht weniger Vergnügen, wie dem Ensemble selbst: Insbesondere sobald die Pointen zwischen Jasmin Mairhofer und Gerhard Kasal nur so hin und her flogen.

Produziert wurde das Stück von Manfred Schild mit Jürgen Brunner an Tontechnik und Schnitt und Martin Sailer als Regisseur.

Abstimmung noch bis 17. Jänner

Interessierte können sich zu allen 27 Hörspielen auf der Homepage von Ö1 (oe1.ORF.at/hoerspiel)informieren. Abstimmen kann man für sein Lieblingsstück noch bis 17. Jänner per Postkarte an Argentinierstraße 30a, 1040 Wien. Alternativ ist auch eine Abstimmung via E-Mail an hoerspiel@orf.at möglich. Unter den Einsenderinnen und Einsendern werden 30 ORF-CDs verlost.