Stefan Denifl
APA/EXPA/Jakob Gruber
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Gericht

Doping: Die nächsten Prozesse im Jänner

Im Jänner müssen sich mit Dominik Baldauf und Johannes Dürr zwei Ex-Skilangläufer in der Dopingcausa rund um die „Operation Aderlass“ vor Gericht verantworten. Auch die Verfahren gegen die beiden Radfahrer Georg Preidler und den Tiroler Stefan Denifl finden zu Jahresbeginn statt.

Am 14. Jänner muss sich der frühere Langläufer Dominik Baldauf wegen gewerbsmäßigen schweren Sportbetrugs verantworten, sagte Gerichtssprecher Andreas Stutter am Dienstag zur Austria Presseagentur (APA). Der Vorarlberger soll sich umfassend geständig gezeigt haben. Baldauf wird vorgeworfen, in den Jahren zwischen 2016 bis zur nordischen WM in Seefeld Ende Februar 2019 Blutdoping praktiziert und Wachstumshormone genommen zu haben.

Dominik Baldauf
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Dominik Baldauf soll umfassend geständig sein

Anklage wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs

Einen Tag darauf, am 15. Jänner, muss Georg Preidler vor Gericht. Er wurde ebenfalls wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs angeklagt. Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, beginnend mit dem Giro d’Italia im Frühjahr 2017 bis zu seinem Dopinggeständnis regelmäßig Blutdoping praktiziert und auch Wachstumshormone genommen zu haben. Der Steirer hatte im März Selbstanzeige erstattet.

Georg Preidler
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Der frühere Radprofi Georg Preidler hatte im März Selbstanzeige erstattet

Am 27. Jänner steht der Prozess gegen Johannes Dürr an. Dem ehemaligen Skilangläufer wird laut Anklage neben schwerem gewerbsmäßigem Betrug auch zur Last gelegt, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Er soll Wachstumshormone vom deutschen Sportmediziner Mark S. an andere Sportler weitergegeben und andere Sportler an den Mediziner vermittelt haben. Dürr war bereits bei den Olympischen Spielen 2014 des Dopings überführt worden. Er soll aber auch danach weiterhin Doping betrieben haben.

Johannes Dürr
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Johannes Dürr wurde bereits 2014 des Dopings überführt

Stefan Denifl soll jahrelang Blutdoping betrieben haben

Der Prozess gegen Ex-Radprofi Stefan Denifl wurde von Dezember auf den 3. Februar verlegt. Dem Tiroler wird vorgeworfen, beginnend mit dem Jahr 2014 bis zur Beendigung seiner Radprofikarriere Ende 2018 Blutdoping praktiziert und Wachstumshormone genommen zu haben.

Stefan Denifl
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Nach Auffliegen des Dopings wurden Stefan Denifl alle Rennergebnisse aberkannt

Internationale Blutdopingaffäre in Seefeld aufgedeckt

Bei der „Operation Aderlass“ handelt es sich um Ermittlungen in einer internationalen Blutdopingaffäre, die im Februar während der nordischen Ski-WM in Seefeld sowie in Deutschland aufgeflogen ist.

Die Liste der mutmaßlich in den Blutdopingskandal um den deutschen Arzt Mark S. verwickelten Sportler soll 21 Namen umfassen. 15 aus sieben Nationen – darunter die Langläufer Max Hauke, Baldauf und Dürr sowie die Radsportler Preidler und Denifl – sind schon bekannt. Hauke war bereits im Oktober, nicht rechtskräftig, zu fünf Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Ermittlungen gegen Hannes Reichelt eingestellt

Zunächst wurde auch gegen Skistar Hannes Reichelt wegen möglicher Dopingvergehen ermittelt. Allerdings habe sich der Anfangsverdacht gegen den Salzburger nicht bestätigt, teilte die Staatsanwaltschaft Innsbruck mit. Daher seien die Ermittlungen gegen ihn eingestellt worden – mehr dazu in Ermittlungen gegen Reichelt eingestellt.

Auch der frühere ÖSV-Langlauftrainer Walter Mayer steht im Verdacht, in die durch die „Operation Aderlass“ ausgelöste Affäre um Blutdoping verwickelt zu sein. Er wurde Ende Oktober festgenommen, nach der Vernehmung aber wieder enthaftet – mehr dazu in Doping-Affäre: Verdacht gegen Walter Mayer.