Touristenmassen am Pragser Wildsee
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Tourismus

Gemischte Gefühle zu Tourismus in Tirol

Geht es nach Tirols Touristikern, herrscht in der Bevölkerung eine positive Stimmung zum Tourismus. 18 Prozent wünschen sich aber weniger Gäste im Land. Das ergab eine telefonische Umfrage zur Thematik – die erste seit 1997.

Tirols oberste Touristiker sehen eine positive Grundhaltung in der heimischen Bevölkerung zum Tourismus. Dabei stützen sie sich auf eine Studie des MCI (Management Center Innsbruck), bei welcher 1.500 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt wurden. Demnach schätzen 98 Prozent der Tiroler die wirtschaftliche Bedeutung und den Stellenwert des Tourismus in der Region als hoch ein. Allerdings ist die Zahl an Touristen nicht Wenigen zu hoch.

Infrastruktur und Arbeitsplätze

„Die Tourismusgesinnung ist gut und sie ist besser, als sie oft dargestellt wird. Der Großteil der Bevölkerung fühlt sich durch die Gäste nicht belästigt, aber viele fühlen sich durch den Verkehr in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt“, so Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter (ÖVP) bei einer Pressekonferenz in Innsbruck am Montag.

Laut Studie sind 82 Prozent der Tiroler Bevölkerung der Ansicht, dass es ohne Tourismus wichtige Einrichtungen und Infrastrukturmaßnahmen nicht geben würde. Auch sehen 67 Prozent den Tourismus als attraktiven Arbeitgeber, wenn auch die Tourismusbetriebe für nur 35 Prozent ein positives Image haben. 64 Prozent der Tiroler fühlen sich durch die Urlauber im Alltag nicht gestört, 15 Prozent allerdings schon.

Ausflug zur Peter-Anich-Hütte
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Der Tourismus schafft in Tirol Arbeitsplätze, bringt aber für die Einheimischen auch Nachteile mit sich

Die Schattenseiten

Doch wo es Lichtblicke gibt, da sind auch Schattenseiten: Im Vergleich zur letzten Studie von 1997 ist der Anteil jener, die im touristischen Verkehr eine Beeinträchtigung für ihr Leben sehen, von 66 Prozent auf 73 Prozent gestiegen. Auch wünschen sich mittlerweile 18 Prozent der Befragten weniger Touristen. 1997 waren es noch sieben Prozent.

Laut Hubert Siller, dem Leiter des MCI Tourismus, hängt das Antwortverhalten aber vom jeweiligen Ort ab: So sei die positive Einstellung vor allem in tourismusintensiven Gemeinden beobachtbar.

Aussicht auf Besserung

Tirols oberster Tourismuswerber Florian Phleps, Geschäftsführer der Tirol Werbung, möchte mit Blick auf den Verkehr Urlauber dazu anregen, künftig mit der Bahn anzureisen. „Der Gast braucht in Tirol kein Auto mehr“, erklärte Phleps. Mario Gerber, Fachgruppenobmann der Hotellerie in der Wirtschaftskammer Tirol, merkte wiederum an, dass es im Tourismus zunehmend einen Trend von Quantität hin zu mehr Qualität gäbe. Am positiven Image des Tourismus als Arbeitgeber muss laut Gerber aber noch gearbeitet werden.