Gewitterblitze
APA/dpa/Patrick Pleul
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Gewitterschauer in Tirol werden heftiger

Weltweit haben sich die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten zuletzt erhöht. Auch auf der Nordhalbkugel war das so. Tirol ist laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) davon kaum betroffen, allerdings wurden Gewitterschauer intensiver.

Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit an Land hat in den letzten Jahren zugenommen. Das belegt eine US-Langzeitstudie der Princeton University. Insgesamt wurden die Daten von 1.400 Wetterstationen über den Zeitraum von 1978 bis 2017 ausgewertet. Der Fachbegriff klingt kompliziert: die Nordatlantische Oszillation. Es ist das Druckverhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief. Dieses Druckverhältnis sorgte zuletzt für eine Erhöhung der durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten.

Gingen die Windgeschwindigkeiten bis 2010 zurück, so hat sich der Trend in den letzten Jahren umgekehrt. Die Windgeschwindigkeiten nahmen weltweit um rund sieben Prozent zu. Das dürfte auch Windkraftbetreiber freuen. Laut Studie stieg die potentiell verwertbare Windenergie dadurch zuletzt um rund 17 Prozent an.

Windräder  Windpark Oberzeiring in der Steiermark
ORF
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Änderungen in Tirol kaum spürbar

Was in Summe für die Nordhalbkugel gilt – das hat allerdings wenig Auswirkungen auf Tirol. Laut Johannes Vergeiner, Windexperte von der ZAMG, nahm etwa der Südföhn im Inntal nicht zu. Auch wenn das von vielen Einheimischen teils anders empfunden wird. Die Sonnenscheindauer ist in den letzten Jahren angestiegen, das ist auch wissenschaftlich belegt. Das habe allerdings wenig bis gar keine Auswirkungen auf die Windsituation, sagt der Experte der ZAMG.

In Tirol sind nachweisbar lediglich die Gewitterschauer heftiger geworden. Das belegen Schadensmeldungen und auch vorhandene Messwerte. Johannes Vergeiner glaubt, dass sich diese intensiven Gewitter und Starkregen in den nächsten Jahren intensivieren dürften.

Feuerwehreinsätze nach Starkregen
laumat.at/Matthias Lauber
Feuerwehren sind immer öfter mit den Folgen extremer Gewitterschauer konfrontiert

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Vor gut einem Jahr hat das verheerende Sturmtief Vaia zehntausende Bäume geknickt und riesige Waldflächen gänzlich zerstört, quer durch Osttirol, Südtirol und Kärnten. Die Aufräumarbeiten sind immer noch nicht beendet und die starken Niederschläge zuletzt haben jetzt dem Schutzwald neuerlich stark zugesetzt. Allein im Bezirk Lienz sollen nach ersten Schätzungen rund 250.000 Festmeter Holz zerstört sein.