Das geplante neue „Quartier“
Atelier Silvia Boday
Atelier Silvia Boday
Wirtschaft

Neues „Stadtviertel“ für Schwaz

Die Stadt Schwaz hat am Dienstag ihre Pläne für den Stadtkern vorgestellt. Wohnungen, Parkflächen, Büros und Ordinationen sollen ab 2022 im "Quartier am Raiffeisenplatz“ Platz finden. Momentan ist dort ein Parkplatz.

Die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) und deren Zahnambulatorium seien als Mieter fix, so die Stadt Schwaz. Außerdem sollen ein Geschäft, eine Versicherung, 210 Parkplätze – ein Großteil davon unterirdisch – sowie 65 Wohnungen Platz finden. Zwischen den einzelnen Bauten erstrecken sich kleine Gassen und Durchgänge. Er wolle mit dem Bauprojekt die Innenstadt beleben, erklärt der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner (ÖVP): „Wir wollen das Zentrum wieder zu dem machen, was es früher war“, kündigt Lintner an – nämlich die Kombination aus Wohnraum und Arbeitsplatz.

Projekt Raiffeisen Schwaz
ORF
Der Neubau erstreckt sich auf dem Raiffeisen Parkplatz – von der Innsbrucker Straße bis zur Postgasse, ab der Ullreichstraße und Richtung Postpark

Dichtes Bauen für die Umwelt

„Wir glauben, dass in Tirol die Gefahr besteht, dass Grünraum oft versiegelt wird“, so Lintner. Für das neue Projekt werde daher bis zu zwei Etagen in die Tiefe und vier in die Höhe gebaut. „Man muss dort, wo man lebt, akzeptieren, dass man dichter baut und enger miteinander in Kontakt tritt.“

Der bereits vorhandene Grünraum wie der Postpark oder der Mathoigarten bleibe daher ebenfalls erhalten.

Einfügen in Altstadt-Architektur

Optisch soll das Zentrum den Charme einer Altstadt einfangen und sich in die Stadtarchitektur einfügen, so die Architektin Silvia Boday. Sie hat sich mit ihrem Entwurf in einem Wettbewerb gegen sechs andere Architekturbüros durchgesetzt. Ihre Inspiration, erklärt sie, nehme sie aus der unmittelbaren Umgebung: „Wir planen eine Putzfassade, aber aus traditionellem Putz, der noch mit Sand angemischt wird. Dazu Holzfenster und Gesimse – es wird auf keinen Fall diese typische, moderne Glas-Architektur.“

Die Architektin mit ihrem Modell, dem Bürgermeister der Stadt Schwaz, dem Stadtbaumeister, sowie Vertretern der Raiffeisen Bank Schwaz
Raiffeisen Regionalbank Schwaz / Christian Forcher
v.l.n.r.: Hans Lintner (Bürgermeister der Stadt Schwaz), Gerhard Bathelt (Raika Schwaz), Silvia Boday (Architektin), Otto Prantl (Raika Schwaz), Gernot Kirchmair, (Stadtbaumeister der Stadt Schwaz)

Die Kosten für das Projekt liegen im unteren zweistelligen Millionenbereich. In einem Jahr ist Baubeginn, die ersten Mieter sollen im Herbst in drei Jahren einziehen.