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Umwelt

Klimawandel wirkt sich auf Pilze aus

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die heimischen Pilze aus? Diese Frage stellt sich, wenn man bedenkt, dass sich der Wald nachweislich mit den höheren Temperaturen verändern wird. Wald und Pilz sind eng miteinander verbunden.

Ohne Wald würde es viel weniger Pilze geben und ohne Pilze vermutlich keinen Wald, bringt es Pilzforscher Martin Kirchmair von der Uni Innsbruck auf den Punkt. Dass der Klimawandel mehr Herrenpilze sprießen lässt als bisher, glaubt er zwar nicht, aber es werden neue Arten dazukommen.

„Wir haben heuer zum Beispiel zwei Mal einen Pilz gehabt, einen Röhrling, der sonst eher südlich vorkommt. Den hab ich heuer schon zwei Mal gesehen, aber in den letzten zehn Jahren eigentlich so gut wie gar nie. Es scheint so zu sein, dass diese verschiedenen wärmeliebenden Arten bei uns häufiger werden.“

Importierte Bäume ändern Ökosysystem

Aber nicht nur, weil es wärmer wird, werden neue Pilzarten in Tirol heimisch werden, sondern auch, weil neue Baumarten importiert werden, so Kirchmair. „Wir werden vermutlich die Wälder so wie wir sie jetzt habenin Zukunft nicht mehr sehen, die werden ganz anders ausschauen“, erläutert Kirchmair. Man werde nicht mehr die Baumarten haben, die man jetzt kultiviere, sondern es werden neue Bäume eingeführt.

Martin Kirchmair nennt als Beispiel die Douglasie, eine amerikanische Baumart. „Die ist relativ trockenresistent, die würde bei uns gut wachsen, da gibt es schon sehr lange Erfahrung mit dem Baum selbst. Es fehlt aber ein bisschen die Erfahrung, was der Baum mit den anderen Organismen macht, die im Wald sind. Wachsen die ebenfalls so gut mit? Wohl eher nicht. Diese fremden Arten werden das ganze Ökosystem sicher sehr verändern.“

Die Esche im Würgegriff eines asiatischen Winzlings

Generell sind Globalisierung und Import auch im Reich der Pilze ein Problem, so der Pilzexperte. „Die Esche stirbt bei uns langsam aber sicher unter Umständen auch aus. Verantwortlich dafür ist ein Pilz, der aus Asien eingeschleppt wurde, ein kleines Becherchen, ganz unscheinbar und trotzdem mit sehr großer Wirkung.“ So bedrohlich der Import fremder Pilze sein kann, so harmlos ist der Export – etwa der Steinpilze nach Italien. Denn die sogenannte „Schwammerl-Touristen“ schaden der Pilzvielfalt in Tirol nicht. Das hätten wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, so Kirchmair.