Bei Kontrollgängen durch den Wald kontrolliert im Sommer die Bergwacht, ob sich die Pilzesammler an die Tiroler Pilzschutzverordnung halten. Diese besagt, dass wild wachsende, essbare Pilze in der Zeit von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr in einer Menge von höchstens zwei Kilogramm pro Person und Tag gesammelt und befördert werden dürfen. Laut Bergwacht würden einige Sammler aber immer öfter über das Ziel hinausschießen.

„Der Wald ist voll. Aber es sind nicht nur Italiener sondern auch die Einheimischen, die unterwegs sind“, sagte Gottlieb Schwaiger, Einsatzstellenleiter der Bergwacht in Matrei. Eigentlich müsste jeden Tag kontrolliert werden, wie Schweiger sagte, aber das gehe sich personell nicht aus. Am Donnerstag beschlagnahmte er in Matrei von Pilzesammlern insgesamt 26 Kilogramm Pilze und hätte daneben viele gar nicht kontrolliert. „Pilzesammler würden jede Summe bezahlen, damit sie ihre Pilze behalten dürfen“, so Schwaiger.
„Leute fallen ein wie Heuschrecken“
„Viele Menschen fallen mit einer militärischen Art und Weise ein“, sagte Barbara Achrainer, Wirtin des Ausfluggasthofes Maria Waldrast in der Gemeinde Mühlbachl. Sie beobachte, wie kistenweise Pilze aus dem Wald getragen würden. Sie hätte nichts dagegen, wenn Pilze in haushaltsüblichen Menge mitgenommen würden. „Wenn es aber in Richtung Kommerzialisierung geht, und davon gehen wir einfach aus, werden Grenzen überschritten, die einfach nicht mehr schön sind“, so Achrainer.

Strafen zu gering
Der Bürgermeister der Gemeinde Mühlbachl, Alfons Rastner, sprach sich für härtere Strafen aus. „Dass es (Anm. die Pilzschutzverordnung) verbesserungswürdig ist, sehe ich auch so. Ich bin nämlich Jäger und an Ferrogosto brauche ich nicht auf die Jagd gehen, weil ich da mehr Italiener als Wild sehe“, so Rastner. Die Situation so zu regeln, dass das Pilzsammeln wieder auf ein erträgliches Maß zurückgehe, sei aber schwierig, wie er sagte.

Laut Schwaiger von der Bergwacht war die Situation besser, als es noch die Regelung gab, dass nur an geraden Tagen Pilze gesammelt werden dürfen. Diese Regelung gibt es nach wie vor in Südtirol. „Dann hätten wir wenigsten einen Tag lang Ruhe“, sagte Schwaiger. Diese Zeit bräuchten auch der Wald und die Tiere, um sich zwischendurch zu erholen.