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Chronik

Hochwasser: Tag des Aufatmens

Der Pegel des Inn hat in der Nacht auf Donnerstag seinen vorläufigen Pegelhöchststand erreicht. Seither sinkt er im Großteil Tirols leicht. Weder in Innsbruck noch in Schwaz trat der Inn über die Ufer. Dennoch mussten zahlreiche Keller ausgepumpt werden.

Experten konnten am Donnerstag leichte Entwarnung geben. „Es ist damit zu rechnen, dass die Pegel entlang des Inn langsam zurückgehen“, sagte Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes. Im Tiroler Oberland sinkt der Wasserpegel seit Mitternacht auf Donnerstag. Im Tiroler Unterland sei jedoch damit zu rechnen, dass die Pegel nochmals moderat ansteigen. Die Höchstwerte von Mittwoch würden dabei aber nicht mehr erreicht werden, sagte Klaus Niedertscheider vom Hydrografischen Dienst des Landes.

Steinbrücke in Schwaz wieder offen

„Zur Sicherheit bleibt der Hochwasserschutz in der Altstadt (Innsbruck, Anm.) jedoch noch bis mindestens Ende der Woche stehen, denn sicher ist sicher“, sagte Elmar Rizzoli, Sicherheitsbeauftragter der Stadt Innsbruck. Es bleibe abzuwarten, wie viel Niederschlag am Wochenende kommen werde. Darüber hinaus bleiben die aktuellen Brückensperren für Fußgänger und Radfahrer aufrecht. In Schwaz konnte die Sperre der Steinbrücke am Donnerstagnachmittag hingegen aufgehoben werden.

Niederschläge weniger stark als prognostiziert

Den Verantwortlichen bereitete vor allem die Situation in der nahen Schweiz am Mittwochabend Sorgen. Dort waren Niederschläge angekündigt. Diese sind aber weniger stark als zunächst prognostiziert ausgefallen. Mit sechs bis acht Stunden Verzögerung war das auch am hochwasserführenden Inn bemerkbar. Die Pegelstände hätten zu Mitternacht ihren Höchststand erreicht. Danach stabilisierten sie sich auf hohem Niveau. Ähnlich sah es auch bei den Zubringerbächen zum Inntal aus.

Bilder vom Hochwasser in St. Gertraudi/Brixlegg

Die Drohnenaufnahmen wurden dankenswerterweise von Martin Ludwig dem ORF Tirol zur Verfügung gestellt. Zu sehen ist der reißende Inn mit überschwemmten Wiesen und Feldern.

60 Feuerwehreinsätze im Unterland

Am Donnerstag um 8.00 Uhr tagte wieder der Krisenstab im Landhaus. Im Lauf der Nacht wurden vor allem im Unterland an die 60 Feuerwehreinsätze gezählt. Probleme habe in mehreren Gemeinden der gestiegene Grundwasserspiegel bereitet. Keller mussten ausgepumpt werden, aber auch bei überfluteten Feldern standen die Helfer im Einsatz.

Höchststand um Mitternacht

Gegen Mitternacht erreichte der Inn seinen vorübergehend maximalen Pegelstand mit 6,32 Metern. Seither ist der Pegel wieder gesunken. Sowohl in Innsbruck als auch in Schwaz konnte vorübergehend beruhigt werden. „Die Befürchtungen sind nicht eingetreten, wir haben Gott sei Danke doch eine relativ ruhige Nacht gehabt“, sagte Hans Lintner, Bürgermeister aus Schwaz.

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In Terfens im Bereich Weißlahn ist der Grundwasserspiegel enorm gestiegen
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Der Pegel des Inn soll im Laufe des Donnerstags wieder sinken
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In Kolsass sind einige Felder unter Wasser
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Auch in Münster gibt es Überflutungen
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Der Inn erreichte seinen Höchststand in der Nacht auf Donnerstag
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Nach wie vor ist der Pegelstand des Inn kritisch
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Der Inn trat in Innsbruck nicht über die Ufer
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Einige Brücken, wie der Emile-Bethouart-Steg in Innsbruck, sind nach wie vor gesperrt

„Wir gehen davon aus, dass es keine Verschlechterung der Situation mehr geben wird“, beruhigte auch Elmar Rizzoli, Sicherheitsbeauftragter der Stadt Innsbruck. Nichtsdestotrotz sei der Pegelstand des Inn nach wie vor im kritischen Bereich. Er gehe davon aus, dass der Pegel aber im Laufe des Tages langsam zurückgehen wird.

Kraftwerksanlagen stillgelegt

Vorsichtsmaßnahmen hätten die Situation in der Nacht entschärfen können. Vor allem, dass Kraftwerksanlagen ausgeschaltet wurden, war laut dem für Katastrophenschutz zuständigen Landesrat Josef Geisler (ÖVP) ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Pegelstände. „Wir haben alle Kraftwerksanlagen der Verbund-Gesellschaft im Zillertal und der TIWAG stillgelegt, also das Wasser wurde zurückgehalten“, sagte Geisler.