Stau auf der Inntalautobahn
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Verkehr

Herausforderndes Verkehrschaos an Pfingsten

Seit Jahren beherrschen rund um Pfingsten Stillstand und Staus die Tiroler Straßen. Heuer verlagerte sich das Verkehrschaos von der Autobahn im Unterland auf das Gebiet und die Gemeinden rund um Innsbruck.

Stillstand herrschte am Freitag und Samstag auf der Inntalautobahn zwischen Zirl und Schönberg und zwischen Wattens und Schönberg – mehr dazu in Pfingstverkehr verstopft Straßen. Auch in Innsbruck und rund um die Stadt waren die Straßen verstopft. Rund 500 Polizisten waren an den Pfingsttagen täglich im Einsatz. Sie hatten heuer mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen, berichtete der Leiter der Verkehrsabteilung Markus Widmann.

Stau auf der Inntalautobahn
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Lange Wartezeiten gab es Freitag und Samstag entlang der Inntalautobahn

Da aktuell die Reschenstraße zwischen Pfunds und Nauders gesperrt ist – mehr dazu in Sperre der Reschenstraße ab 3. Juni – hätten viele Autofahrer diese Route nicht gewählt und seien stattdessen über den Brenner gefahren, erklärte Widmann. Dazu seien einige Baustellen gekommen, wie etwa beim Nadelöhr Europabrücke.

Autofahrer versuchten „pures Chaos“

Auch in den kleineren Gemeinden rund um Innsbruck gab es am Freitag und Samstag zeitweise kein Durchkommen. Viele Autofahrer ließen sich von ihren Navis durch vermeintliche „Umfahrungen“ von dem Stau auf der Inntalautobahn weglotsen, und verursachten dann in den umliegenden Gemeinden Staus und Blockaden.

„Es war das pure Chaos“, berichtete etwa Walter Hofer, der Bürgermeister von Ellbögen. Viele Autofahrer hätten versucht, den Stau mit einem Abstecher über Ellbögen zu umgehen. Bei den schmalen Straßen in der Gemeinde verursachte das große Probleme. Viele Wohnwagengespanne hätten das für sie geltende Fahrverbot missachtet und seien dann in den engen Kurven stecken geblieben, damit sei der Verkehr im gesamten Ort stillgestanden, erzählte Hofer gegenüber ORF Tirol.

Stau im Ortsgebiet von Götzens Wohnmobil
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Auch viele Gemeinden litten unter dem starken Reiseverkehr

Gemeinden fordern runden Tisch

Die transitgeplagten Wipptaler Gemeinden fordern jetzt rasch einen runden Tisch mit dem Land, um Lösungen zu finden. Bürgermeister Hofer forderte auch mehr Kontrollen durch die Polizei, dafür müsse es auch mehr Personal geben. Zudem fordert er eine Ampelregelung oder sonstige Regelungen, um die Verkehrsmassen an solchen Tagen in den Griff zu bekommen.

Transitforum will Dosiersystem für Pkw

Scharfe Kritik kommt auch vom Transitforum. Obmann Fritz Gurgiser forderte die Landesregierung am Pfingstmontag erneut auf, ein automatisches Dosiersystem für Pkw bereits an der Grenze nach Tirol zu installieren. Für Lkw gibt es dieses Dosiersystem bereits, die Blockabfertigung für Lkw bei Kufstein wurde am Pfingstsamstag 12 Stunden aufrechterhalten. Das sorgte zumindest im Unterland zwischen Kufstein und Wattens für flüssigen Verkehr.

Mit der Blockabfertigung habe es die Möglichkeit gegeben, die ankommenden Lkw aus Deutschland über viele Stunden zu verteilen, erklärte Widmann. So habe es keine zu intensive Vermischung von Lkw und Pkw auf der Autobahn gegeben. Die nächste Blockabfertigung beginnt bereits am Dienstag um 5 Uhr früh.